Gegner eines generellen Bettelverbots wollten am Samstagvormittag ein Zeichen des Protestes setzen. Und setzten sich nieder. Mehr als 100 Gruppierungen aus den Bereichen Kunst, Kirche, Politik und Soziales waren dem Ruf der Organisatoren rund um den Armenpfarrer Wolfgang Pucher gefolgt. Laut Polizei waren 500 Demonstranten in die Grazer Herrengasse gekommen, um ihrem Ärger mit einem "Sit-in" Luft zu machen.
Zur Erinnerung: Am kommenden Dienstag soll das generelle Bettelverbot im Landtag beschlossen werden; bereits im April soll es dann in Kraft treten. Auf öffentlichen Plätzen darf dann nicht mehr um Almosen gebettelt werden. Die Demo am Samstag dürfte nur der Anfang gewesen sein.
Pucher: "Ich gehe zum Verfassungsgerichtshof"
Pfarrer Pucher hat bereits weitere Proteste angekündigt. Er will das Verbot mit allen zu Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen: "Ich gehe zum Verfassungsgerichtshof!" Der Grazer Verfassungsjurist Christian Brünner - er hatte einst das Verbot in Fürstenfeld zu Fall gebracht - kündigte am Samstag seine Unterstützung an.
Grosz kündigte Anzeige an
Der bisherige Tiefpunkt in der Debatte: Der orange Jetzt-doch-wieder-Gemeinderat Gerald Grosz kündigte an, Pucher & Co. "wegen Beihilfe zum Menschenhandel" anzeigen zu wollen. Und sorgte damit sogar bei Befürwortern des Bettelverbots für Kopfschütteln...
von Ernst Grabenwarter, "Steirerkrone"









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