Steirer schildert

"Brutalität pur" auf polnischem Rindermarkt

Steiermark
05.02.2011 02:19
Ein Kalb, das so neu geboren ist, dass ihm die Nabelschnur noch vom Leib hängt, das bei Minusgraden schnupft, zittert, erbärmlich schreit. Kühe, deren Euter zum Bersten gefüllt sind. Tiere, die auf ihren deformierten Hufen kaum stehen können. Und ein steirischer Tierschützer, der verprügelt wird. Eindrücke aus Polen.

Die Tierschützer der Gleisdorfer "TierWeGe" haben schon viel gesehen, "aber das war unfassbar", sagt Sprecher Niki Kulmer. Auf einem Rindermarkt in einem polnischen Ort wurde laut Kulmer Vieh aus den Anhängern geprügelt, Tiere hatten gebrochene, monströs angeschwollene Beine, waren hochträchtig oder bis auf die Knochen abgemagert. "Und das alles vor den Augen von Polizei und Amtstierärzten", ist Kulmer schockiert.

Steirer selbst mit Eisenstange niedergeschlagen
"Prügel und Schläge für die armen Tiere waren ohnehin 'normal'". Und nicht "nur" für die wehrlosen Lebewesen - auch der Tierschützer selbst wurde mit einer Eisenstange niedergeschlagen! "Als die bemerkt haben, dass ich fotografiere, haben sie zu dritt auf mich eingedroschen. Brutalität pur." Niki Kulmer wird die EU informieren, will Kontrollen ankurbeln und fordert die sofortige Schließung dieses Marktes: "Stoppt endlich die barbarische Tierquälerei!"

von Christa Blümel, "Steirerkrone"

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