Jungtiere in Horst

Kaiseradlerweibchen von 9 Schrotkugeln getroffen

Niederösterreich
10.06.2021 09:23

Ein Kaiseradlerweibchen ist in Niederösterreich von unbekannten Tätern angeschossen worden. Neun Schrotkugeln hatten das Tier getroffen, sein Zustand wurde jedoch als stabil beschrieben. Das Weibchen musste zwei Jungtiere im Horst zurücklassen, berichtete die Organisation BirdLife am Donnerstag, die nach dem Vorfall Konsequenzen fordert. 

Gefunden worden war der verletzte Kaiseradler von Passanten in den Tullnerfelder Donauauen, die das Tier bargen. In der von „Vier Pfoten" geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee wurde der verletzte Vogel erstversorgt. Das Weibchen hatte in den Donauauen gebrütet, in seinem Horst wurden zwei fünf Wochen alte Jungvögel entdeckt. Das Schicksal der Jungtiere ist ungewiss. „Unklar ist, ob der Kaiseradler jemals wieder in die Freiheit entlassen werden kann“, hieß es. Darüber hinaus sei auch fraglich, ob der verbliebene Elternvogel die Jungen alleine aufziehen könne. 

Ein Jungvogel im Horst mit Elterntier (Bild: BirdLife Österreich/Johannes Hohenegger)
Ein Jungvogel im Horst mit Elterntier

„Für Bestand der rund 30 brütenden Kaiseradlerpaare bedrohlich“
„Wir gehen davon aus, dass dies ein gezielter Anschlag auf einen Kaiseradler ist“, zeigte sich Matthias Schmidt, Greifvogelexperte von BirdLife Österreich, überzeugt. Der Beschuss und auch die Tatsache, dass die beiden Jungvögel nun im Horst zurückgelassen werden mussten, sei für den Bestand der rund 30 brütenden Kaiseradlerpaare in Österreich bedrohlich, zeigte sich Schmidt über der Tat bestürzt. Man werde den Horst in den nächsten Wochen beobachten und gegebenenfalls unterstützend eingreifen, erklärte er.

(Bild: BirdLife Österreich/Matthias Schmidt)

Anzeige erstattet, Reform des Jagdrechts gefordert
Eine Anzeige wegen vorsätzlicher Schädigung des Tier- oder Pflanzenbestandes (Paragraf 181f Strafgesetzbuch) wurde eingebracht. Auch wurde gebeten, sich bei Hinweisen etwa an die Meldeplattform Kaiseradler.at zu wenden.
Weiters gefordert wurden auch eine Reform des Jagdrechts sowie - Stichwort Strafverfolgung - auf Wildtierkriminalität spezialisierte Sonderstaatsanwaltschaften. 

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