02.06.2021 18:00 |

Mobiles Palliativteam

Kranke Kinder vor allem beim Leben begleiten

Der Tod ist ein Tabuthema - erst recht, wenn es Kinder sind, deren Zeit begrenzt ist. Der erste Österreichische Kinderhospiz- und Palliativtag, der am 1. Juni stattfand, soll das ändern und Aufmerksamkeit schaffen. In Tirol gibt es mit dem kidsMOBILtirol ein flächendeckendes Angebot zur Palliativbetreuung von Kindern und Jugendlichen. Das vorrangige Ziel des Teams: Lebensqualität schaffen.

Seit 2017 gibt es das mobile Kinder-Palliativteam kidsMOBILtirol, das Kinder und Jugendliche und deren Familien betreut und berät. Finanziert wird das Angebot vom Land und den Tiroler Sozialversicherungen. 32 Tiroler Familien mit kranken Kindern oder Jugendlichen hat das Mobile Kinder-Palliativteam heuer bisher begleitet – je nach Bedarf einmal mehr, einmal weniger intensiv.

Ärzte, Krankenpfleger, Sozialarbeiter und eine Psychologin gehören zu dem mobilen Team, das an den Tirol Kliniken angesiedelt ist. Sie arbeiten eng mit anderen Gesundheitsversorgern wie Haus- und Kinderärzten, Pflegediensten oder Sozialarbeitern zusammen, um den jungen Patienten und ihren Familien bestmöglich zur Seite zu stehen.

Alle werden einbezogen
„Im palliativen Bereich betreuen wir nicht nur die betroffenen Kinder, sondern auch die Eltern und Geschwister“, erklärt Christina Wechselberger, Koordinatorin für Hospiz- und Palliativversorgung des LIV. Das erfolgt durch die Psychologin des kidsMOBILtirol, aber auch durch ehrenamtliche Mitarbeiter der Tiroler Hospiz Gemeinschaft, wie Sabine Hosp, Leiterin des Kinder-Hospizteams schildert: „Wir kümmern uns vor allem um Geschwisterkinder und versuchen, für sie ein wenig Alltag zu schaffen.“ Behutsam helfen die Mitarbeiter dabei, zu verstehen, was passiert. Ein Fokus liegt auch darauf, Erinnerungen zu schaffen für jene, die zurückbleiben.

Lebensqualität schaffen
Doch vor dem Tod kommt das Leben, und das gestaltet das mobile Kinder-Palliativteam für die jungen Patienten so schön wie möglich. „Oft schaffen wir es durch unsere Arbeit, dass die Kinder nicht mehr in die Klinik müssen“, meint etwa Thomas Karall, ärztliche Leiter des Teams. Das kidsMOBILtirol möchte Betroffenen Mut machen, den direkten Kontakt mit ihnen zu suchen. „Wir begleiten vorerst nicht beim Sterben, sondern vor allem beim Leben“, lautet die Botschaft des Teams.

Informationen zum kidsMOBILtirol erhalten Sie unter kidsmobil.tirol-kliniken.at oder unter +43 512 504 83561.

Nicole Greiderer
Nicole Greiderer
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