22.05.2021 06:30 |

Wettbewerbsnachteil

Industrie warnt: Internet-Ausbau geht zu langsam

Der Breitband-Internet-Ausbau in der Steiermark schreitet voran - aber nicht schnell genug, mahnt die Industriellenvereinigung (IV). Schon 2024 statt 2030 soll der Ausbau der digitalen Infrastruktur fertig sein, fordern IV-Präsident Stefan Stolitzka und Geschäftsführer Gernot Pagger unisono. Ansonsten seien die steirische Wettbewerbsfähigkeit und Millionen-Investitionen in Gefahr.

Was das Internet angeht, wird Österreich von seinen Nachbarn überholt: Im kleinen Liechtenstein dauert der Download eines fünf Gigabyte großen Films drei Minuten; in Ungarn sind es fast sieben – und in Österreich knapp 25! Weltweit liegen wir weit abgeschlagen auf Rang 58. Ebenso düster schaut es mit Glasfaser-Anschlüssen an: In Österreich laufen nur 3,3 Prozent der Breitband-Anschlüsse über diese Technologie.

Das Land Steiermark verfolgt seine Breitband-Strategie bis 2030. „Viel zu spät!“, kritisiert die Industriellenvereinigung und nennt als neues Ziel 2024. „Für die Steiermark besteht gar keine andere Wahl, als sofort auszubauen“, fordert Präsident Stefan Stolitzka. Wenn digitale Infrastruktur fehlt, könne man nicht an Entwicklungen teilhaben.

Unternehmen haben Wettbewerbsnachteil
Die IV hat sich zu dem Thema bei 50 steirischen Unternehmen umgehört – mit eindeutigem Ergebnissen. „Für knapp 94 Prozent hat schnelles Internet eine hohe Relevanz“, sagt IV-Geschäftsführer Gernot Pagger. Über ein Viertel hält langsames Internet für einen Wettbewerbsnachteil – und das ist für die Entwicklung und zukünftige Investitionen fatal.

Die derzeitigen Standards von 30 Megabit (Mbit) Download pro Sekunde sind zwar in der Steiermark zu 82 Prozent ausgebaut – doch das wird in Zukunft nicht reichen, sagt Pagger. Die Industrie braucht aktuell 180 Mbit/Sekunde, in naher Zukunft werden es 500 sein.

Kosten würde der Ausbau laut Stolitzka etwa 1,8 Milliarden Euro – derzeit fließen aber nur magere 107 Millionen Euro in steirische Ausbau-Projekte. Die Forderung der Industrie: Bis 2024 müssen 70 Prozent der Steirer einen gigabitfähigen (Glasfaser-)Anschluss haben.

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