"Krone": Wie viele Bauern sind in der Styriabrid vertreten?
Josef Polz: Das sind derzeit 1.500 Bauern, wir vermarkten zwei Drittel der Produktion unseres ganzen Bundeslandes.
"Krone": Kennen Sie den aktuellen Stand in Deutschland nach der Dioxin-Causa?
Polz: Preistechnisch sieht das so aus: Der Preis ist Anfang Jänner um 13 Cent gesunken – das waren damals offenbar schon die Vorboten des Dioxin-Skandals; was wir aber nicht wussten. Und jetzt ist er noch mal um 23 Cent auf 1,12 Euro pro Kilo gesunken - das ist so niedrig, wie es nie wer für vorstellbar gehalten hätte.
"Krone": Welche Auswirkungen hat das jetzt auf uns?
Polz: In der Steiermark ist der Preis nach Weihnachten um zehn Cent gefallen, das ist für diese Zeit nicht unüblich. Er liegt jetzt bei 1,21 Euro pro Kilo. Das ist zwar ein Durchschnittspreis – aber bei um 30 Prozent gestiegenen Futterkosten! Das trifft viele von uns mit voller Härte, der Druck ist immens.
"Krone": Wie ist die Prognose?
Polz: Wir halten den Preis jetzt mit Gewalt, das heißt, Styriabrid verkauft kein Schwein unter Wert. Das geht aber höchstens eine Woche gut, denn es kommen ja Futterkosten dazu, der optimale Schlachtzeitpunkt wird überschritten. Danach brauchen wir sicher Kampfmaßnahmen.
"Krone": Warum trifft uns der deutsche Preisverfall so?
Polz: Deutschland hat als größter Schweinefleisch-Exporteur jetzt große Märkte wie China oder Korea verloren, es ist konkret zu viel Fleisch auf dem Markt. Das billig ist! Das sind schon Verlockungen für den Handel und die Industrie. Ich hoffe, dass die EU mit Fleischeinlagerungsaktionen einen weiteren Preisverfall abfängt.
"Krone": Was kann der Konsument tun?
Polz: Der Konsument und der Handel sind die einzigen, die uns steirischen Schweinebauern jetzt helfen können! Mein Appell ist daher klar: Bitte greifen Sie nicht wegen ein paar der Cent zu billigem Fleisch - kauft steirisches. Sonst gehen wir in der Krise, die wir nicht verschuldet haben, unter!
Interview: Christa Blümel, "Steirerkrone"
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