Da sind einmal die SPÖ-Bauern (aktuell vier Mandate), die mit dem Rottenmanner Josef Horn, einen Nachfolger für Monika Kaufmann gefunden haben. Dann treten die FPÖ-Bauern (Spitzenkandidat Johann Höden, St. Peter ob Judenburg) wieder an. Selbst die Blauen vom Land hoffen - warum auch immer - auf den berühmten "Strache-Effekt". Wenngleich das Ziel, ein Mandat, bescheiden ist.
Ganz sicher am schwarzen Kuchen knabbern werden die Revoluzzer vom "Unabhängigen Bauernverband". Hinter dem sich hauptsächlich kämpferische, unzufriedene Bauern von der IG Milch verbergen. Aber auch Thomas Waitz, zuletzt steirische Nummer eins der Grünen bei der EU-Wahl, hat sich dem Bündnis angeschlossen. Übrigens: In Salzburg hat der UBV ordentliche 21 Prozent abgeräumt. Viel weitergebracht haben die streitbaren Bauern dort seitdem aber auch nicht.
Wie gesagt, es wird trotzdem eine komfortable Mehrheit weit jenseits der 70 Prozent sein, die Gerhard Wlodkowski auf der Haben-Seite verbuchen wird. Nicht zuletzt, weil der Bauernbund einen sehr fairen Wahlkampf geführt, seine Mitbewerber in keiner Weise verunglimpft und ihm gerade in den vergangenen Tagen die "große Politik" in die Hände gespielt hat.
Wahlhilfe aus rotem Eck
Da hat etwa der Wiener AK-Direktor Werner Muhm Gift und Galle gespuckt. Die Bauern seien die "größten Nehmer", während Restösterreich sparen und darben müsse. Außertourliche Vorteile (Erleichterungen im Pensionsbereich, bei der Grund-, Einkommens-, und Mineralölsteuer) hätten die Funktionäre für ihre Bauern herausgeschlagen.
Ungewöhnlich und wohl auch nicht beabsichtigt, diese Wahlhilfe aus dem roten Eck. Denn was sonst, als für seine Mitglieder Vorteile zu erwirken, ist Aufgabe eines Standesvertreters? Seine Bauern werden's dem Wlodkowski danken.
So ist das mit dem Propheten im eigenen Land - er gilt halt nix. Anderswo dagegen schätzt man Herwig Hösele, ÖVP-Denker, Buchautor, Berater der Landeshauptleute Josef Krainer und Waltraud Klasnic, im Brotberuf Koordinator in der steirischen Wissenschaftsabteilung, offensichtlich sehr und mehr. Der Ex-Präsident des Bundesrates wird im März zum Generalsekretär des Zukunftsfonds der Republik Österreich bestellt. Neuer Vorsitzender - die Institution ist aus dem Versöhnungfonds zur Entschädigung von Zwangsarbeitern hervorgegangen - wird Kurt Scholz, ehemaliger Präsident des Wiener Stadtschulrates.
"Steiermark Inoffiziell" von Gerhard Felbinger, "Steirerkrone"
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