28.04.2021 15:00 |

Banküberfälle

Serien-Räuber zeigten vor Gericht Reue

Nach einer Serie von bewaffneten Banküberfällen sind am Mittwoch ein 32-jähriger Bosnier und ein 27 Jahre alter Kosovare am Wiener Landesgericht rechtskräftig zu neun beziehungsweise sechs Jahren Haft verurteilt worden. Sie hatten im Sommer 2020 insgesamt vier Banken überfallen, eine davon in Salzburg.

Die beiden Männer gaben zu, zwischen 30. Juli und 18. August 2020 gemeinsam zwei Banken in Wien und jeweils eine in Salzburg und Graz ausgeraubt haben, indem sie die Angestellten mit einer Schusswaffe bedrohten. Insgesamt erbeuteten sie dabei laut Anklage rund 89.000 Euro.

Zu den 89.000 Euro kam noch etwas hinzu
Anfang Oktober verübte dann der 32-Jährige im Alleingang zwei weitere Überfälle auf Geldinstitute in Wien, was ihm zusätzlich rund 20.000 Euro einbrachte. Der 27-Jährige begab sich wiederum am 19. Oktober in eine Bank in Wien-Floridsdorf, wobei er einen 29 Jahre alten Komplizen dabei hatte.

22-Jähriger als Chauffeur zum Salzburg-Coup
Die beiden erbeuteten 9.800 Euro, wobei ihnen ein 22-Jähriger als Lenker eines Fluchtfahrzeugs zur Verfügung stand. Derselbe Mann hatte die beiden Haupttäter bereits zum Coup in Salzburg chauffiert.

Sämtliche vier Angeklagte zeigten sich vor einem Schöffensenat umfassend geständig. Abgesehen davon machten sie jedoch von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch und beantworteten weitgehende Fragen nicht oder ausweichend. „Ich bekenne mich schuldig. Alles, was in der Anklage steht, stimmt. Ich möchte mich entschuldigen. Ich bereue es sehr. Mehr möchte ich nicht sagen“, stellte der Erstangeklagte fest, dem sechsfacher Raub angekreidet wurde.

Kurios: Beute bei Bank einbezahlt
Der am letzten Überfall beteiligte 29-Jährige erklärte, er habe zehn Prozent der Beute erhalten. Die Summe habe er im Anschluss bei seiner Bank eingezahlt, um seine Schulden zu tilgen. Die Familie des Mannes betreibt eine Pizzeria - die Angehörigen haben sich bereit erklärt, der beraubten Bank den angerichteten Schaden zur Gänze zu ersetzen.

Fahrer wusste nicht genau, was geplant war
Der 22-Jährige, der bei zwei Überfällen den Chauffeur gespielt hatte, räumte ein, er sei zwar gefahren, habe aber nicht gewusst, was in Salzburg bzw. später in Wien genau geplant war. Er habe „geahnt, dass sie etwas Kriminelles im Schilde führen“. Mehr sei ihm allerdings nicht zur Kenntnis gebracht worden.

Auffallende Schuhe überführten Täter
Auf die Spur der Bande war man nach umfangreichen Ermittlungen und dank Bilder aus Überwachungskameras gekommen. Da einer der Räuber wiederholt auffallende Schuhe der Marke Moschino trug, erkannten die Ermittler, dass man es mit Serientätern zu tun hatte.

 Salzburg-Krone
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