28.04.2021 07:15 |

Kurse der Stadt Graz

Cyber-Betrug: Wie man sich schützen kann

Immer öfter wird das Internet zum Tatort! Besonders oft werden Senioren zu Opfern skrupelloser Cyber-Krimineller. Aber auch viele einsame Seelen gehen Liebesbetrügern auf den Leim. Die Stadt Graz steuert dagegen - und bietet nun eigene Workshops an, die besonders der Gruppe 60+ helfen soll, sicher im Internet zu surfen.

Eine Nachricht vom Enkerl über WhatsApp, ein lustiges Katzenvideo auf Facebook oder ein Online-Einkauf beim Lieblingsshop, der im Lockdown geschlossen hatte - spätestens seit Corona haben auch die älteren Semester das Internet und die sozialen Medien für sich entdeckt: „Viele von ihnen sind aber ziemlich unvorbereitet ins kalte Wasser gesprungen und besonders anfällig für die Tricks der Cyberkriminellen“, weiß der Grazer ÖVP-Sozialstadtrat Kurt Hohensinner.

Und so machen Senioren einen beträchtlichen Teil der Opfer aus: „Gut 1200 Fälle von Internetkriminalität hat es in Graz im Jahr 2020 gegeben - ein deutlicher Anstieg“, weiß Gerhard Lachomsek, der Leiter des Kriminalreferats des Stadtpolizeikommandos. Die Dunkelziffer ist deutlich höher, denn viele schämen sich, zur Polizei zu gehen.

Gut die Hälfte dieser 1200 Fälle sind Betrugsfälle. Häufig kommen so genannte „Love Scams“ vor, bei denen die Täter den Opfern meist über Facebook vorgaukeln, in sie verliebt zu sein und danach Geld fordern. Aber auch E-Mails mit angeblichen Lotteriegewinnen oder Investment-Möglichkeiten sieht man häufig. „Das Ziel der Kriminellen ist immer das gleiche: Man soll seine Kontodaten bekannt geben“, berichtet Gerhard Lachomsek.

In Graz gab es etwa einen Fall, in dem eine Familie so über eine Million Euro verloren hat. Und ein weiteres Opfer beging sogar Selbstmord, nachdem es nicht nur das eigene, sondern auch das Geld von Freunden und Familienmitgliedern in ein „Investment“ gesteckt hatte, das sich als Betrug erwies.

Neuer Workshop soll Senioren schützen
„Aufklärung und Präventionsarbeit sind die einzigen Mittel, Menschen davor zu schützen, Opfer dieser Betrugsmaschen zu werden“, sagt Werner Miedl vom Verein „Sicher leben in Graz“. Und so bietet die Stadt künftig in Kooperation mit der Polizei - mit dabei ist Sabine Wagner von der Kripo Graz - und den Stadtbibliotheken dreistündige Kurse an, in denen man vor allem der Gruppe 60+ einen sicheren Umgang mit dem Internet beibringen möchte: „Wir wollen helfen, sie vor Cyberbetrug zu schützen, aber auch den Umgang mit Fake News thematisieren“, erklärt Boris Miedl als einer der beiden Kursleiter. Am 5. Mai soll der erste derartige Kurs stattfinden - vorerst wegen Corona online - jeden Monat sind weitere Termine geplant.

 Infos und Kurse: 0316/872-57 77 oder office@sinfo.at

Christoph Hartner
Christoph Hartner
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