31.03.2021 19:00 |

Forschungsergebnisse

1:0 für die Liebe in Zeiten der Corona-Pandemie

Welchen Einfluss hat Corona auf das Beziehungsleben? Besonders beim ersten Lockdown waren die Befürchtungen für die Turteltauben groß: Draußen tobte der Frühling - tobten drinnen die Liebespaare?

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Zu Hause bleiben! So lautete die Devise für die bisherigen Lockdowns im Zuge der Corona-Pandemie. Während sich die einen Paare weniger treffen, sehen sich Zusammenlebende fast permanent. Manch einer sah da schon eine explodierende Scheidungsrate am Horizont. Doch, siehe da: Wie die Uni Innsbruck herausfand, mögen sich Paare mehr als gedacht. Wer bereits von der unauffälligen Scheidungsrate enttäuscht ist, dem gibt auch die Geburtenrate keinen Grund zur Aufregung: Kein Corona-Babyboom, wie die Tiroler Kliniken mitteilten.

Befürchtung der vermehrten Trennungen wurde nicht bestätigt
Die Beziehungen kamen bis jetzt also recht unauffällig durch diese Krise. Es scheint fast so, als würden es Paare sogar genießen, nun mehr Zeit miteinander verbringen zu „müssen“. „Erstaunlicherweise konnten wir in unserer umfassenden Studie nicht bestätigen, dass es während der Pandemie zu vermehrten Konflikten oder Trennungen gekommen ist. Es hat sich sogar das Gegenteil gezeigt“, gibt sich auch Marcel Zentner, Professor am Institut für Psychologie, überrascht. Er hat mit seinem Team an insgesamt vier Messzeitpunkten die Beziehungszufriedenheit der Paare untersucht: Am besten fiel die Bilanz für jene Paare aus, die zusammenleben, ausreichend Privatsphäre innerhalb der Beziehung haben, schon länger zusammen sind und „einen sicheren Beziehungsstil“ haben. Damit seien Personen gemeint, die weniger Angst davor haben, verlassen oder betrogen zu werden, und Konflikten nicht aus dem Weg gehen.

Erholung im November, mehr Zufriedenheit
Schwerer taten sich hingegen getrennt lebende Liebespaare. Besonders die sexuelle Zufriedenheit litt darunter sehr. „Es scheint allerdings so, als hätten sich die Paare im November wieder etwas erholt und ihr Zufriedenheits-Level von vor der Pandemie erreicht“, berichtete Psychologin Julia Vigl. „Zahlreiche Paare haben in der Corona-Pandemie aber auch noch intensiver zueinandergefunden. Insbesondere emotionale Nähe, Lachen und Humor sowie eine gute Gesprächsqualität haben dazu beigetragen, dass die Beziehung während der Pandemie besser wurde“, betont die Wissenschaftlerin abschließend.

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