23.03.2021 10:00 |

Zahlen gefordert

Salzburgs leere Wohnungen sind ein Rätsel

Niemand in Salzburg weiß, wie viele Wohnungen tatsächlich leer stehen und beispielsweise als Anlage dem Markt entzogen werden. Gerade durch diese Spekulationen wird das Angebot verknappt und die Preise in die Höhe getrieben. KPÖ-Politiker Kay-Michael Dankl fordert nun eine echte Erhebung der Leerstände.
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Wie kann Salzburg leer stehende Wohnungen wieder zurück auf den Markt bringen? Eine Frage die unmöglich zu beantworten scheint. Derzeit weiß niemand in Stadt und Land, wie viele dieser Wohnungen es überhaupt gibt. Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) hatte von 10.000 gesprochen – bestenfalls eine Schätzung. Ein Zustand, den Salzburgs Gemeinderat Kay-Michael Dankl (KPÖ) ändern will. Für ihn dient dabei Innsbruck als Vorbild. Dort wurde 2019 ein eigenes Referat geschaffen, welches die gemeldeten Bürger auch direkt den Wohnung zuweist.

Auch Salzburg weiß nicht, wer in genau welcher Wohnung lebt. Den im Salzburger Melderegister wird nur die Adresse vermerkt. Gerade bei den großen Wohnblöcken wird das zum Problem. Ein Beispiel: 40 Personen sind in einem Gebäude mit 20 Wohnungen gemeldet. Aus dieser Information ist aber nicht zu erkennen, ob zehn, 15 oder 20 Wohnungen bewohnt werden.

Erhebung über den Stromverbrauch möglich
Bereits 2014 hat es den Versuch gegeben, solche Leerstände ausfindig zu machen. Die Methode war dabei relativ einfach. Über die Daten der Salzburg AG konnte am Stromverbrauch erkannt werden, ob die Wohnung genutzt wird.

Hier setzt auch Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP) an – und will mit Strom- und Wasserverbrauch wie auch über die Post illegale Zweitwohnsitze mit einer Taskforce aufspüren. Denn wurde ein Zweitwohnsitz nicht legalisiert, kann er auch nicht mehr genützt werden, wenn die Behörden dahinter kommen. Laut Schwaiger ist dann nur noch ein Hauptwohnsitz mit Vermietung möglich oder die Wohnung verkauft wird. Ansonsten bleibt nur der Leerstand. Ein Zweitwohnsitz ist nicht mehr möglich. Der Landesrat will wie Dankl auch eine Leerstandabgabe einführen, auch wenn diese rechtlich nicht allzuhoch ausfallen kann. Das neue Baurechtsreformpaket soll auch Investoren aus den Tourismusgebieten verdängen. Denn in zentralen Lagen sind nur noch Hauptwohnsitze erlaubt.

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