20.03.2021 09:00 |

E-Mobilität

„Abruptes Förder-Aus des Landes trifft uns hart“

Diese Nachricht sorgt dieser Tage unter Salzburgs Unternehmern für ordentlich Unmut: Das Land streicht überraschend die üppige, beworbene E-Mobilitätsförderung für Betriebe. Viele dürften um die in Aussicht gestellten Fördermittel umfallen, wie Chef Klemens Hietler. „Hätte ich das gewusst, hätte ich nicht bestellt“.
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„Ich habe mich vor der Bestellung extra noch erkundigt, ob es diese Fördermittel noch gibt“, sagt Klemens Hietler. Der Unternehmer aus Neumarkt ist verärgert: Er hat am 22. Jänner einen Peugeot E-Expert bestellt – für den E-Transporter winkten nicht nur Fördermittel des Bundes, sondern auch die E-Mobilitätsförderung für Betriebe des Landes.

Statt der ursprünglich veranschlagten 42.000 Euro sollte der Wagen durch die Zuschüsse nur mit gut 9000 Euro zu Buche schlagen – das Land verdoppelte eine Förderung aus Wien.

Der einzige Haken: Der neue Wagen des Flachgauer Werbetechnikers wird erst im Herbst geliefert. Die Registrierung für die Förderung kann aber erst durchgeführt werden, wenn sicher ist, dass die Anmeldung des neuen E-Fahrzeuges innerhalb einer 24-wöchigen Frist möglich ist.

„Beim Land und auch bei der Kommunalkredit, die die Anträge abwickelt, meinte man auf Anfrage, dass die Fördertöpfe voll sind und wir ruhigen Gewissens bestellen können. Es reiche, wenn wir uns später registrieren“, berichtet Hietler.

Dem war aber nicht so: Das Land stellte nun die Förderung überraschend ein, die Flachgauer konnten ihren Antrag nicht stellen. „Hätte ich das gewusst, dass ich nun 18.000 Euro für ein Auto zahle, das eine Reichweite von 200 Kilometer hat und wofür ich auch noch eine Ladestation bauen muss, hätte ich nicht bestellt“, so Hietler. Allein ist er nicht. Auch Autohändler Alexander Lindner aus Hof kennt die Tücken: „Die ganze Aktion wurde einfach schlecht kommuniziert.“

Beim Land will man von der Kritik nur wenig wissen. Die Aktion sei ein Impulsprogramm gewesen, das 3,5 Millionen Euro schwere Budget sei schlichtweg ausgeschöpft. Infos über volle Fördertöpfe seien nicht vom Land gekommen. Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn (Grüne) will nun die Aktion prüfen lassen, sagt er.

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