In Graz ist der Grünraum knapp geworden. Die Stadt versucht zu sichern, was noch übrig ist, und nimmt dafür auch viel Geld in die Hand. Es gebe aber noch „Luft nach oben“, meinen die Grünen - im wahrsten Sinne des Wortes. Sie wollen in Zukunft Supermarkt-Dächer nutzen. Ihnen schweben Parkanlagen und Sportplätze vor.
„Profitgier, gepaart mit unzureichenden gesetzlichen Regelungen, lässt in letzter Zeit in erschreckendem Ausmaß die Bebauung von begrünten Innenhöfen und Villengärten zu.“ - Das schrieb der frühere Landeskonservator Friedrich Bouvier anno 2003. Ein Satz von brennender Aktualität.
Rasante Verbauung
Graz hatte einst den Beinamen „Gartenstadt“. In den letzten zehn, zwanzig Jahren gab es in der Murmetropole einen regelrechten Bauboom. Die Grünflächen schwinden. Jüngstes Beispiel: der Styria-Park im ohnehin schon dicht verbauten Bezirk Jakomini.
In den neuen Stadtteilen Reininghaus und Smart City werden große Parks errichtet, im Rest der Stadt ist das jedoch nicht möglich, man kann schließlich nicht ganze Häuserblocks wegreißen. Stattdessen sollen viele kleine Grünanlagen, so genannte „Pocket-Parks“, entstehen. Doch selbst dafür ist in manchen Vierteln nicht genug Platz vorhanden.
Wir brauchen mehr Platz und mehr Grün in Graz!
Stadträtin Judith Schwentner (Grüne)
„Eingeschoßige Supermärkte und ihre großen Parkplätze bieten viele Möglichkeiten der zusätzlichen Nutzung und Überbauung“, sagt Stadträtin Judith Schwentner (Grüne).
Riesiges Flächen-Potenzial
Sie verweist auf eine Studie zur Stadt Salzburg: Wenn man diese auf Graz umlegt, könnten 140.000 Quadratmeter gewonnen werden - eine Fläche fast so groß wie der Stadtpark.
Der Merkur in Eggenberg wurde unlängst umgebaut - das wäre eine gute Gelegenheit gewesen, so etwas umzusetzen, meint Schwentner. Dass Supermärkte Parkplätze in Parks umwandeln, ist auszuschließen, die Dach-Idee aber hat Potenzial!
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