12.03.2021 08:00 |

Mürzzuschlag

Das Erbe der Olympischen Arbeiter-Spiele

Im Jahr 1931 fanden in Mürzzuschlag die Olympischen Spiele der Arbeiter statt. 90 Jahre später wartet die Skisprungschanze auf Nachwuchs.

Dass die Wahl für die Olympischen Winterspiele der Arbeiter auf Mürzzuschlag fiel, war kein Zufall: Die Eisenbahner-Stadt war ein Ort, der schon früh ein Magnet für Wintertouristen war: Die Skilauf-Pioniere Toni Schruf und Max Kleinoscheg hatten die aus Skandinavien stammende Technik auch hierzulande populär gemacht. „Sie haben Skihütten umgebaut, damit man sie im Winter benutzen konnte und Skimarkierungen gesetzt. In Pensionen wurde Fließendwasser geleitet, in Mürzzuschlag und rundherum sehr viel gebaut, um den aufkommenden Fremdenverkehr zu fördern“, schildert Hannes Nothnagl, Direktor des sehenswerten Wintersportmuseums in Mürzzuschlag, die Vorgeschichte.

Mürzzuschlag begrüßte rund 15.000 Besucher
Der Boden für die Austragung des historischen Sportereignisses in der politisch aufgeheizten Zeit vor Februar 1934 war somit gut bereitet. Ab 1930 wurde Werbung für die Großveranstaltung gemacht. Immerhin galt es, während der Spiele-Zeit rund 15.000 Festteilnehmer zu beherbergen. Das war für die 8000-Einwohner-Stadt Mürzzuschlag keine einfache Aufgabe.

327 Sportler, darunter 51 Frauen, aus Finnland, Lettland, Ungarn, Deutschland, der Schweiz, Aussig (heute Tschechien) und Prag waren neben dem Löwenanteil von 204 österreichischen Sportlern gemeldet. Am 5. Februar wurden die Spiele feierlich eröffnet. An Disziplinen gab es neben Skilaufen, und Skispringen auch Eislaufen, Eishockey, Eisschießen und Rodeln. Ein Highlight war das Springen auf der Ganzsteinschanze. Die spektakulären Sprünge der durch die Luft segelnden Springer rissen das Publikum mit - der Gewinner kam aus Deutschland.

Die legendäre Ganzsteinschanze wurde ab 1935 in wirtschaftlich prekärer Zeit modernisiert. Die Arbeiter bekamen „ein Gulasch und eine Handvoll Zigaretten, waren aber zumindest über die Arbeit froh“, weiß Fritz Doleschal, Obmann des Eisenbahner Sportvereins Skisprung Mürzzuschlag.

Schanze wartet heute auf junge Talente
Zuletzt modernisiert wurde die Schanze 2004, die Belegung mit Matten macht auch eine Sommernutzung möglich. Auch das Skisprung-Held Gregor Schlierenzauer ist hier in seiner Jugend gesprungen.

Und so hofft Doleschal auf weitere Nachwuchssportler: „Die Kinder können jederzeit zum Springen anfangen. Es ist weitaus ungefährlicher als alpiner Skilauf, und wir haben genug Ski und Anzüge zur Verfügung, dass für Jungsportler keine Kosten entstehen.“ Übrigens: Mädchen sind genauso willkommen!

Peter Bernthaler, Kronen Zeitung

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