08.03.2021 08:06 |

Interview

„Das war das Allerbeste, was mir passieren konnte“

Riesentorlauf Juniorenweltmeister Lukas Feurstein im großen „Krone“-Interview über seine Heimat, warum er sich für eine Lehre entschieden hat, wie Videoanalysen mit der Familie ablaufen, Rücktrittsgedanken und was er Mäggy Egger zutraut in Bansko zutraut.

Lukas, wir sitzen hier auf der Terrasse deines Elternhauses in Mellau. Ein Ort, den Du als Heimat bezeichnen würden?

Schon! Ich habe fast mein ganzes Leben hier verbracht. Aber natürlich sehe ich mich auch als Bregenzerwälder, Vorarlberger und, gerade bei solchen Ereignissen wie der Junioren-WM in Bansko, als Österreicher. Momentan ist Mellau aber der perfekte Platz für mich zum Leben.

Du hast eine Lehre zum bautechnischen Zeichner gemacht. Wie kam es dazu?

Nach einem Jahr in Stams habe ich gemerkt, dass das nicht das Richtige für mich ist. Dadurch, dass ich zuhause die große Unterstützung durch meine Familie und das Training mit meinem Papa sowie dem Vorarlberger Schülerkader hatte, war die Möglichkeit, bei Johannes Kaufmann in Dornbirn diese Lehre zu absolvieren, das Allerbeste, was mir passieren konnte. Zumal ich mich immer schon fürs Bauen interessiert habe und ich mir auch vorstellen kann, irgendwann nach meiner Karriere in diesem Bereich zu arbeiten.

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Wir saßen zu viert auf der Couch, haben gemeinsame Videoanalyse zum Training gemacht und jeder hat seinen Senf dazugegeben.

Lukas Feurstein

Du hast die Familie angesprochen: Wie wichtig sind deine Eltern und dein Bruder Marco für dich?

Schon sehr wichtig. Mein Papa hat mich von Kindesbeinen an trainiert und sportlich gefördert. Auch die Mama hat sich immer wieder eingebracht, war aber auch - unter Anführungszeichen - nur Mama, wenn ich sie als Sohn gebraucht habe. Bei uns hat es auch Nachmittage nach dem Training gegeben, wo wir zu viert auf der Couch gesessen sind, gemeinsame Videoanalyse gemacht haben und jeder hat dann seinen Senf dazugegeben dürfen.

Die Familie inspirierte Dich auch zu einem Tattoo, das Du dir 2019 hast stechen lassen...

Stimmt. Wobei Mama am Anfang nicht so begeistert war. Es ein Pfeil mit einem Kompass und den Geburtsdaten aller Familienmitglieder. So habe ich sie immer bei mir und werde daran erinnert, zielstrebig zu bleiben.

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Mit 17 Jahren stand ich im Zielraum und wusste vor lauter Schmerzen nicht, wie ich mir die Skischuhe aufmachen soll.

Lukas Feurstein

Was in Anbetracht deiner Rückenprobleme wahrscheinlich nicht immer leicht war...

Wenn du im Alter von 17 im Zielraum stehst und nicht weißt, wie du dir die Skischuhe ausziehen sollst, weil dir der Rücken so weh tut, zehrt das an einem. Als die Bandscheibenprobleme - die übrigens in der Familie liegen - vergangenen Herbst dann wieder stärker wurden, stellte ich mir schon die Frage, ob es das wirklich alles wert ist. Allerdings ist mir der Sport einfach viel zu wichtig, als dass ich ihn vom einen auf den anderen Tag lassen könnte, nur, weil mir etwas weh tut. Nach den zwei Medaillen in Bansko kann ich sagen, dass es sich ausgezahlt hat, nicht aufzugeben. Wobei ich hoffe, dass Bansko nur ein erster Schritt auf dem Weg zu meinen großen Zielen war.

Am Montag beginnen in Bansko die Damen-Rennen. Was traust Du Mäggy Egger, die vor einem Jahr in Narvik gleich drei Junioren-WM-Titel holen konnte, dort zu?

Eigentlich schon sehr viel. Auch wenn sie nach ihrem Sturz, bei dem sie eine Gehirnerschütterung erlitt und fast einen Monat pausieren musste, keine einfache Zeit hatte. Allerdings ist die Mäggy bei Großveranstaltungen immer ein ganz heißer Tipp, wenn es um die Medaillen geht.

Peter Weihs
Peter Weihs
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