04.03.2021 06:00 |

Bären verschwunden

Artenschutz: Kein Platz mehr für Wildtiere

Die Steiermark war einst ein Land, in dem Bär und Luchs sich begegneten, der Wolf durch streifte, viele Gämsen die Bergspitzen säumten - ein Realitäts-Check zum Schwerpunkt Artenvielfalt.

Von diesem Wilderei-Skandal hat die „Steirerkrone“ jüngst berichtet: Ein streng geschützter Steinadler soll illegal abgeschossen worden sein. Dass nicht nur er dieses Schicksal erlitten hat, sondern auch der eine oder andere Bär - davon ist leider auszugehen. Denn: In der Steiermark lebten, und so lange ist es noch gar nicht her, einmal viele Bären.

Langjährige Leser erinnern sich an „Mira“, „Cilka“ „Djuro“, die zwei Weibchen und das Männchen, die im Mariazellerland ausgesetzt worden sind - und zwischen 1991 und 2006 für insgesamt 31 Nachkommen gesorgt haben. Die Freude war - bis auf ein paar geplünderte Bienenstöcke und einige gerissene Schafe - recht groß in der Bevölkerung. Aber nicht von langer Dauer. „Obwohl die drei und die ersten beiden Nachfahren ,Maridl’ und ,Mona’ mit Sendern ausgestattet worden sind, ist kein einziger der Bären mehr da“, weiß der bekannte Bärenanwalt Georg Rauer.

Dass sie alle abgewandert oder sich in Luft aufgelöst haben, ist nicht anzunehmen. Rauer: „Wo große Beutegreifer vorkommen gibt es leider Wilderer. In einem Fall wurde das sogar nachgewiesen - der ausgestopfte Bär fand sich im Keller eines Jägers.“ Weitere Auswilderungen wurden verworfen; nicht zuletzt zum Schutz der Tiere.

Derzeit gibt es keinen einzigen Bären in der Steiermark, zum letzten Mal nachgewiesen wurde einer im Jahr 2012, der auf der „Durchreise“ war.

Beim Wolf ist es nicht anders. Laut Rauer ziehen sie nur sporadisch durch, haben in der Steiermark keinen fixen Standort.

Weitere Tierarten, die vom Menschen „angezählt“ sind, kennt Lukas Zangl vom Universalmuseum Joanneum:

Luchs: Zum letzten Mal hat er vor 150 Jahren belegbar in unserem Bundesland gelebt. Seither gibt es nur noch vereinzelt Sichtungen.

Wildkatze: Sie verschwand in den 1950ern vom steirischen Radar.

Große Hufeisennase: Diese Fledermausart wurde vielfach ihrer Unterkünfte beraubt, die in der Landwirtschaft eingesetzten Pestizide entzogen ihr auch noch die Nahrung. Ganz wenige Tiere gibt es noch, etwa beim Schloss Eggenberg in Graz.

Blauracke: Lediglich eine Handvoll dieser prachtvollen Vögel hat bislang dem Tod getrotzt. Auch hier ist die intensive Landwirtschaft Hauptverschulder.

Die Hornotter: Wieder hat hier der Mensch seine Hand im Untergang dieser Tiergattung im Spiel: Der Lebensraum wird immer kleiner. Und: Das geschützte Tier wird illegal abgefangen und geht laut Zangl in den Reptilienhandel.

Wachtelkönig: Nur noch ganz selten hallt sein typischer Ruf; dennoch wird immer wieder neu diskutiert, ob man ihn schützen muss.

Gams: Einst stolzer Bewohner so vieler rauer Felswände ist sie in der Steiermark selten geworden. Wird sogar, gegen den Willen der Jägerschaft, auf manchen Flächen ganzjährig bejagt, weil Lebensraum fehlt.

Goldschakal: Sein Bestand hat sich inzwischen erholt - womit er allerdings wieder bejagt werden darf - und seine Tage vermutlich damit wieder gezählt sind.

Rebhuhn, Auerhahn uvm. verlängern diese Liste

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