01.03.2021 23:30 |

Covid-Alltag

Eltern fordern Schulleiter: Direktor beschimpft

Am Wirtschaftskundlichen Realgymnasium in Salzburg-Nonntal tragen Schüler und Lehrer auf freiwilliger Basis digitale Abstandsmesser um den Hals. Direktor Gerhard Klampfer sieht sich nun Attacken von Gegnern der Covid-Maßnahmen ausgesetzt. „Ich fühle mich beschimpft“, sagt Klampfer. Die neue Bildungslandesrätin Daniela Gutschi (ÖVP) spricht von Einzelfällen, die aber für viel Trubel sorgen.

Die „Krone“ berichtete im Jänner über das Contact-Tracing-Amulett des Neumarkter Unternehmens Ruwido. Seit kurzem setzt auch das Wirtschaftskundliche Realgymnasium (WRG) in der Josef-Preis-Allee auf die digitalen Abstandsmesser, die auch das Contact-Tracing erleichtern sollen. „Alles freiwillig“, wie Schulleiter Gerhard Klampfer betont. Doch vor mehreren Wochen warf ein Maßnahmen-Gegner Klampfer in einer Chatgruppe mit rund 400 Mitgliedern dem virtuellen Mob zum Fraß vor. Auch er selbst erhielt das Schreiben, in dem seine pädagogische Ausbildung hinterfragt wird. „Ich fühle mich beschimpft“, so der Direktor. Von einem Vater eines Schülers stamme der Brief jedenfalls nicht, heißt es von dem Gymnasium.

Dennoch stoßen auch manchen Eltern am WRG Nasenbohrer-Tests, Maskenpflicht und Abstand sauer auf. Klampfer weiß nicht nur über Unverständnis bei Eltern sondern auch über Klagsdrohungen zu berichten. „Es gibt an jeder Schule Eltern, die einschüchtern wollen“, sagt der Direktor.

Auch Barbara Mayerhofer vom benachbarten Bundesgymnasium Nonntal muss verständnislosen Eltern regelmäßig den Sinn von Tests und Masken erklären. „Ich führe vereinzelt, dafür immer wieder mit den gleichen Leuten“, erzählt Mayerhofer, die die AHS leitet.

Gegen das Unwissen mancher Väter und Mütter helfe nur massive Aufklärungsarbeit, so die Schulleiterin. Klampfer betont dagegen: „Bei manchen Erziehungsberechtigten helfen auch keine Argumente mehr. Ich verweise dann auf meine Aufgabe als Direktor, der die Schule zu schützen hat.“

Auch Landesrätin Daniela Gutschi (ÖVP) sind die Sorgen der Direktoren zu Ohren gekommen. „Momentan werden im Bundesland 525 Schüler von zuhause aus unterrichtet, da ihre Eltern sie nicht testen lassen wollen“, weiß Gutschi. In einem Fall musste gar die Schulpsychologin einschreiten und die Lage deeskalieren. „Im Endeffekt ist es aber wie bei den Coronaleugnern. Es sind nur einige wenige, die aber großen Lärm machen“, berichtet Gutschi.

Nikolaus Pichler
Nikolaus Pichler
Stephanie Angerer
Stephanie Angerer
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