Fotovoltaik regt auf

Grüner Strom mit Nachteil? Streit um Ackerland

Am ehemaligen Standort des Kohlekraftwerks Dürnrohr, Bezirk Tulln, plant die EVN ein großes Fotovoltaik-Projekt auf sogenannten Freiflächen. Um eine Leistung von bis zu 70 Megawatt zu generieren, braucht es aber auch zusätzliche Ackerflächen im Umland. Die Bauern protestieren gegen die neue Konkurrenz, und die Agrarpolitik zeigt sich sehr sensibilisiert.

Energiewende hin, Bodenversiegelung her. Wer A sagt, muss auch B sagen; das meint anscheinend der Stromanbieter EVN und plant bereits eine große frei stehende Fotovoltaikanlage auf dem Areal des ehemaligen Kohlekraftwerks Dürnrohr samt Umland. Im großen Stil werden im Tullnerfeld nun Pachtverträge und sogar Käufe von Ackerland in die Wege geleitet. Die Bauern der Umgebung sind wenig erfreut und fordern in einem offenen Brief an Landesvize Stephan Pernkopf und diverse Bauernvertreter den Erhalt der Kornkammer: „Die EVN überzahlt den ortsüblichen Marktpreis für Grund und Boden um das Vierfache. Da kann keiner mithalten“, so die Unterzeichner.

Der heimische Stromriese befindet sich diesbezüglich zwischen allen Stühlen. Während der Gesetzgeber den Ausbau der erneuerbaren Energie forciert, lobbyieren zahlreiche Bürger und Bauern gegen die Maßnahmen: „Fast bei jedem Energie-Projekt gibt es Gegenwind. Allein mit Fotovoltaik-Anlagen auf Dächern wird die Energiewende aber nicht funktionieren“, so EVN-Sprecher Stefan Zach. Für die Politik ist das Thema zwiespältig, während Pernkopf zuletzt noch den Ausbau des Stromanbieters lobte, stellt er nun klar: „Anlagen über zwei Hektar bekommen keine Widmung.“

Josef Poyer
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 Niederösterreich-Krone
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