22.02.2021 07:05 |

Entwicklungspläne

Salzburgs Universitäten wollen sich neu aufstellen

Die Salzburger Hochschulen orientieren sich neu - zumindest laut den nun abgesegneten Entwicklungsplänen. Jener der Uni Salzburg hatte zuletzt für verhärtete Fronten gesorgt.

Innerhalb der Uni-Mauern rumorte es in den vergangenen Monaten: Rektor Hendrik Lehnert wollte seinen Entwicklungsplan durchbringen – um das Image der Hochschule aufzupolieren, aber auch um den Sparstift anzusetzen. Betroffene Fachbereiche sowie die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) schrien auf. Zu radikal seien die Veränderungen, zu wenig habe man mit den Betroffenen gesprochen.

Die Fronten verhärteten sich dermaßen, dass der Rektor fast seinen Sessel räumen musste und nur knapp der Abwahl entging. Seitdem ist man versucht, die Wogen zu glätten. „Wir haben den Entwicklungsplan noch einmal adaptiert und die Wünsche von Senat und Studenten aufgenommen“, so Lehnert. Die Zusammenlegung von Fachbereichen ist momentan vom Tisch. Externe Gutachter prüfen den Entwicklungsplan sowie die Fachbereiche. Bis zum 1. Jänner 2022 soll das Modell umgesetzt werden“, erklärt der Rektor. Ebenso wichtig: Die Digitalisierung als „Querschnittsfach“ über alle universitären Bereiche hinweg.

Die ÖH ist über die Anpassungen zwar froh, zufrieden ist Vorsitzende Keya Baier aber nicht. „Im Endeffekt wird im Entwicklungsplan nur der Ist-Stand dargelegt, von Perspektiven für die Zukunft ist aber nicht die Rede.“ Außerdem hätten sich die Studienvertreter mehr Transparenz bei der Vergabe der Studienassistenzstellen gewünscht.

Auch am Mozarteum werden nach der Vertragsverlängerung von Rektorin Elisabeth Gutjahr viele Pläne geschmiedet: In den kommenden Jahren will man die Freiheit von Lehre und Forschung stärken. „Im Universitätsgesetz wird diese Freiheit groß geschrieben, aber durch die Bologna-Reform hat sie einige Kratzer bekommen. Wir konzentrieren uns nur noch auf irgendwelche Lernziele“, sagt Gutjahr. Außerdem wolle man im Sinne der Gleichstellung mit einer Gender-Professur „den Kulturaspekt des Bereichs in den Künsten weiterdenken.“

Großer Nachholbedarf bei der Digitalisierung
Ein Mozarteum-Großprojekt ab 2022 ist der Neubau am Kurpark. Nachholbedarf gibt es auch in Sachen Digitalisierung. „Da liegt es ein bisschen im Argen im Haus“, kritisiert Karl Ludwig Vavrovsky, Vorsitzender des Mozarteum-Unirates. „Wie fokussiere ich künstlerische Präsentationen für digitale Kanäle - im Gegensatz zu einer Live-Situation vor Publikum? Solchen und ähnlichen Fragen werden wir uns verstärkt stellen“, verspricht die Mozarteum-Rektorin.

Stephanie Angerer
Stephanie Angerer
Thomas Manhart
Thomas Manhart
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Samstag, 27. Februar 2021
Wetter Symbol