18.02.2021 14:25 |

Insel hat es leichter

8 Staaten sind - zumindest offiziell - Corona-frei

Die ganze Welt leidet unter den Folgen der Coronavirus-Pandemie - oder sind doch nicht alle Staaten betroffen? Denn acht Länder haben zumindest offiziell noch keinen einzigen Fall gemeldet. Doch kann es wirklich sein, dass gewisse Regionen bislang vom Erreger verschont geblieben sind? Im Falle von abgeschotteten Ländern wie Nordkorea und Turkmenistan kann das stark bezweifelt werden. Auf Inseln dagegen ist dieses Kunststück jedoch sehr wohl möglich.

Auf der Corona-Karte der Weltgesundheitsorganisation gibt es ein paar Flecken, auf denen die Welt offenbar noch heil ist. Zumindest offiziell wollen diese Staaten noch keinen einzigen positiven Fall registriert haben.

Nordkorea - offiziell keine Fälle, aber Vakzine bestellt
Unter diesen Corona-freien Ländern soll sich - wenn man dem Regime Glauben schenken möchte - auch Nordkorea befinden. Diktator Kim Jong Un ist stolz auf seinen vermeintlichen Erfolg, die Pandemie bislang abgewehrt zu haben. Im Sommer 2020 wurde zwar ein Verdachtsfall  gemeldet, nachdem ein Überläufer wieder illegal ins Land eingereist war. Später wurde jedoch verkündet, dass sich der Verdacht nicht erhärtet hätte. Dass sich nordkoreanische Hacker jedoch bemühten, Impfstoffdaten von Pfizer zu stehlen, lässt Zweifel daran aufkommen, dass es in der Diktatur keine Probleme mit dem Erreger gibt. 

Außerdem war die Ehefrau des Diktators ein Jahr lang nicht in der Öffentlichkeit aufgetreten. Als Ri Sol Ju kürzlich wieder bei einem Konzert zu Ehren des 2011 verstorbenen Vaters von Kim, Kim Jong Il, zu sehen war, wurde spekuliert, sie habe möglicherweise wegen der Corona-Pandemie zurückgezogen gelebt. Außerdem berichteten Beobachter, dass die Silvesterfeierlichkeiten heuer deutlich kleiner als sonst ausgefallen waren. Zudem bestellte die Diktatur Vakzine über die Impfinitiative Covax der Vereinten Nationen. 

Turkmenistan: Lakritze gegen den tödlichen Erreger
Ähnlich zweifelhaft ist die Lage in Turkmenistan. Obwohl rings um die Ex-Sowjetrepublik die Infektionszahlen hoch sind, will das Land noch keinen einzigen Fall verzeichnet haben. Die WHO durfte dieses Phänomen in dem abgeschotteten Land sogar untersuchen. Doch da das Regime die erlaubten Besuchsorte der Experten strikt vorgab, kann angenommen werden, dass Turkmenistan etwaige Fälle vertuscht haben könnte.

An den Empfehlungen der Regierung kann es wohl nicht liegen, dass der Erreger keine Chance in Turkmenistan hat. Präsident Gurbanguli Berdimuchamedow pries Ende des vergangenen Jahres Lakritze als Wundermittel gegen Corona an. Immerhin wurde nach dem Besuch der WHO-Experten eine Maskenpflicht eingeführt. Allerdings nicht wegen der Pandemie, sondern um die Träger vor  „Staub“ und nicht näher genannten „Krankheitserregern“ zu schützen.

Inselstaaten haben es in Pandemie einfacher
Einige Inseln im Pazifik sollen dagegen tatsächlich vom Erreger unberührt geblieben sein. Die rund 114.000 Einwohner der Föderierten Staaten von Mikronesien brauchen sich keine Sorgen vor einer Infektion machen. Die Republik Nauru (10.000 Einwohner), die nordöstlich von Papua-Neuguinea liegt, ist laut Informationen der WHO ebenfalls Corona-frei. Palau, Tonga, Tuvalu und Kiribati konnten mit strengen Einreisebestimmungen ebenfalls bislang eine Ausbreitung des Pandemie-Erregers vermeiden.

Die strengen Maßnahmen der Inselstaaten machen jedoch nicht einmal vor den eigenen Landsleuten Halt. Wie deutsche Medien berichteten, saßen zu Weihnachten 60 Seeleute in Hamburg fest, weil sie nicht in die Heimat einreisen durften.

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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