13.02.2021 16:00 |

Künstlerhaus Salzburg

Alina Popa: Ein gezeichnetes Vermächtnis

In seiner ersten „neuen“ Ausstellung des Jahres zeigt der Salzburger Kunstverein abstrakte Werke der 2019 im Alter von 37 Jahren verstorbenen Alina Popa. Generell greift das Programm im Künstlerhaus heuer die Stimmung im Land auf: Ungewissheit, Unsicherheit und Verletzlichkeit sind die prägenden Themen.

Die Geschichte ist tragisch: Die vor allem für ihre Performance-Kunst bekannte Rumänin Alina Popa ist bereits mit 37 Jahren an einer unheilbaren Krankheit gestorben. In den letzten Monaten ihres Lebens war sie nach wie vor künstlerisch tätig, indem sie auf dem Krankenbett kleine Notizbücher mit Zeichnungen füllte. Sie verarbeitete darin eine fundamentale menschliche Erfahrung: die Intensität des nahenden Todes.

In der Zeit von 20. Februar bis 25. April wird dieses abstrakte Vermächtnis Alina Popas erstmals gezeigt – unter dem Titel „Line as Thought, Lines as Universe“ im Salzburger Künstlerhaus. „Wir haben durch ihren Lebenspartner Zugang zu den Notizbüchern bekommen. Es ist sehr berührend, diese Arbeiten präsentieren zu dürfen“, sagt Co-Kurator Nikolaus Gansterer.

Der Salzburger Kunstverein greift mit seinem Jahresprogramm 2021 bewusst die aktuelle Stimmung im Land auf. „Wir wollen einen gemeinsamen Blick auf die Verunsicherung, die Ungewissheit und Verletzlichkeit werfen“, sagt Direktor Séamus Kealy. Einige Ausstellungen laufen auch aus dem Vorjahr weiter, etwa „The Invisible Hand“ von Omer Fast und die Malereien von Megan Rooney.

Interview mit Nikolaus Gansterer,
Künstler und Co-Kurator der Ausstellung

Wie lässt sich ganz allgemein das Wesen abstrakter Zeichnungen beschreiben?
Es sind keine Abbildungen im illustrativen Sinn, also nicht: „Ich zeige einen Baum.“ Abstrakte Zeichnungen zeigen nicht das Offensichtliche, das Sichtbare, sie versuchen, das Unsichtbare sichtbar zu machen - Gefühle und Empfindungen wie Angst und Schmerz, als feine Verbindungslinien zwischen Zeichnen und Denken.
Stehen die Arbeiten von Alina Popa für sich allein?
Nein, sie werden gemeinsam mit Zeichnungen anderer Künstler gezeigt. Jede der Positionen kommt aus einem eigenen kulturellen Kontext. Es ist eine sehr internationale Zusammenstellung mit Werken aus 14 Nationen. Viele der Arbeiten sind erstmals in Österreich zu sehen.
Auch sie selbst scheinen unter den Künstlern auf?
Ich zeichne gewisse Kräfte wie den Wind und das Licht und ein Künstlerkollege schreibt Texte dazu. Denkt man an die Höhlenzeichnungen, ist Zeichnen wohl die älteste Sprache der Menschheit.

Thomas Manhart
Thomas Manhart
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