Ausstellung noch 2021

Wiege der Keramik-Kunst in Oberösterreich

Keramik-Kunst aus Oberösterreich will die Landes-Kultur-GmbH heuer in einer Ausstellung präsentieren. Unser Bundesland hatte in dieser Sparte großen Einfluss, der auch nach Wien reichte. Nun wird die umfassende Sammlung gesichtet.

Die Übersiedlung ins neue Kunst-Depot brachte so einige Schätze der Landes-Kultur-GmbH ans Licht und ist auch willkommener Anlass für Direktor Alfred Weidinger, die Sammlungen des Landes zu sichten und neu aufzustellen. Expertin Veronika Schreck wurde mit einer Sammlungsrevision und der wissenschaftlichen Untersuchung der Objekte im Bereich der Keramik beauftragt – noch dieses Jahr sollen die wertvollen Stücke ausgestellt werden. „In Gmunden lässt sich die Keramikproduktion schon im 15. Jahrhundert nachweisen“, weist Schreck auf die lange Tradition in Oberösterreich hin.

Der heutige Standort der Gmundner Keramik wurde in Form einer Werkstätte 1903 von Leopold Schleiß eröffnet. Sein Sohn Franz…Schleiß…II. studierte an der Wiener Kunstgewerbeschule und heiratete die Bildhauerin Emilie Simandl – von da an kam die künstlerische Gestaltung der Keramiken in Schwung. Nachdem es 1913 zur Fusion mit der Wiener Keramik und damit mit Michael Powolny und Bertold Löffler kam, folgte die Eröffnung einer keramischen Lehrwerkstätte in Gmunden.

Dort ging die österreichische Avantgarde im Sommer ein und aus, Wiener Künstler wie Franz von Zülow lehrten dort. „Bedeutende Schüler der Schleiß-Werkstätte wurden etwa Dagobert Peche, Ida Schwetz-Lehmann, Olga Sitte oder Karl Czap“, so Veronika Schreck. Letzterer sollte nach dem Zweiten Weltkrieg die Linzer Keramik gründen und Fassadenkeramiken wie die Madonna an der Mozartkreuzung oder den Christophorus in der Stifterstraße schaffen.

Lücken schließen
Czap arbeitete später auch mit der Linzerin Friederike Stolz zusammen, die die Keramik-Kunst in die Nachkriegszeit trug und zum Beispiel die aus Linz nicht mehr wegzudenkenden Grottenbahn-Figuren entwarf. So zogen sich die Spuren der Gmundner Keramik durchs Land, auch wenn die Lehrwerkstätte 1950 aufgelassen wurde. Die Kultur-GmbH ist nun dabei, die Lücken in der umfangreichen Keramik-Sammlung zu füllen: Kürzlich wurden etwa, wie berichtet, zwei Powolny-Putten und eine Vase von Franz von Zülow erworben.

Jasmin Gaderer
Jasmin Gaderer
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Sonntag, 19. September 2021
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