Gegen Mattersburg

Rätselraten über Sturms “verfrühten Winterschlaf”

Steiermark
29.11.2010 12:29
Fast wäre Sturm Graz am Samstag über "Lieblingsgegner" Mattersburg gestolpert. Erst die eingewechselten "Super-Joker" Mario Haas und Samir Muratovic halfen nach einer ziemlich dürftigen Vorstellung der Stammelf im Finish aus der Patsche, fixierten wenigstens einen Punkt in Mattersburg. Wieso die Mannschaft von Franco Foda den "Winterschlaf" vorverlegte, darüber rätselte am Sonntag Sportdirektor Oliver Kreuzer.

Der Sturm-Express hatte wieder eine saftige Verspätung aufgerissen. Erst nachdem Muratovic in der 80. Minute das 1:1 erzielte hatte, war man plötzlich putzmunter. Wie schon in Salzburg, verpfiff man den Start total. Dabei hatte Franco Foda vor dem Match noch klar gefordert: "In Mattersburg müssen wir von Beginn an präsent sein." 

Rätsel 1: zu wenig Gegenwehr?
Kreuzer: "Die Mannschaft hat ganz genau gewusst, was auf sie zukommt, wie Mattersburg agieren wird. Franco hat in der Besprechung noch extra darauf hingewiesen. Und dann war sie dennoch von der Art und Weise überrascht - das verstehe ich nicht." Da dürften einige ihre Ohren nicht ganz aufgesperrt haben. Kreuzer: "Okay, es gibt schönere Dinge, als vor so einer Kulisse und bei diesem Wetter Fußball zu spielen. Ich hab das Gefühl, dass die Spieler schon versuchen, ihr Bestes zu geben, doch wenn es am Platz dann plötzlich Widerstand gibt und es nicht so läuft, nimmt man das zu leicht in Kauf. So nach dem Motto: Wenn wir nicht gewinnen, dann passiert ja auch nichts."

Rätsel 2: zu wenig Ehrgeiz?
Kreuzer: "Das Team hat bis jetzt eine gute Saison gespielt, zuletzt auch in Wiener Neustadt überzeugt. Die Mannschaft muss aber den Ehrgeiz entwickeln, diesen Lauf weiter auszunützen. Aber es fehlt einfach die Konstanz, über einen längeren Zeitraum gute Leistungen abzurufen."

Rätsel 3: zu viele Fehlpässe?
Kreuzer: "Im modernen Fußball wird nach Ballverlust des Gegners sofort mit tiefen Pässen auf die Spitzen umgeschaltet. Studien zufolge dauert's keine zehn Sekunden, dann zappelt der Ball im Netz. Das versuchen wir, nur ist die Fehlerquote noch zu hoch. Wir probieren zu oft den tödlichen Pass."

von Burghard Enzinger, "Steirerkrone"

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