05.12.2020 07:02 |

Buwog-Deal

Privatisierung brachte Luxusapartments in Parsch

Die BUWOG-Affäre hinterließ auch in Salzburg ihre Spuren: Mit der Privatisierung der Bundeswohnungen verlor die öffentliche Hand 1724 Wohnungen im Bundesland Salzburg. Dazu zählen auch jene 21 Einheiten am Gersbergpark in Parsch, die heute zu Millionenbeträgen im Internet zum Verkauf angeboten werden.

Als „Exklusives Penthouse mit Bergblick“ wird die Drei-Zimmer-Wohnung in Salzburg-Parsch angeboten. Kostenpunkt: 2,17 Millionen Euro. Der Quadratmeterpreis liegt jenseits von 14.000 Euro. Für die allermeisten Einheimischen niemals leistbar, dabei war die Liegenschaft bis 2003 noch in öffentlicher Hand. 50 Jahre lang wohnten in den Wohnungen am Gersbergpark öffentlich Bedienstete, ehe es unter Karl-Heinz Grasser zur BUWOG-Privatisierung kam und der Wohnblock mehrmals den Eigentümer wechselte.

1724 Wohnungen im Bundesland Salzburg waren damals betroffen. Auch jene in der General-Keyes-Straße in Liefering, die heute als Projekt „Glanbogen“ in Investorenhand liegen. Eine Initiative von 170 Mietern der Anlage, die ihre Wohnungen kaufen wollten, war nach zwei Jahren gescheitert. So ging es auch Mietern in der Ignaz-Harrer-Straße.

Letztlich wurden die Bundeswohnungen im Schnitt für 594 Euro pro Quadratmeter an ein Bieterkonsortium verkauft, den Mietern wurden sie zuvor doppelt so teuer angeboten. Nach dem Verkauf stiegen die Mieten. So entstand auch dem Land Salzburg durch Mehrkosten in der Wohnbauförderung von rund 10.000 Euro jährlich ein Schaden.

Zitat Icon

Wenn öffentliche Unternehmen oder Bundesbehörden Grundstücke privatisieren, braucht es eine automatische Benachrichtigung der Stadt Salzburg. Die kann dann intervenieren oder das Grundstück selbst für leistbares Wohnen sichern.

Kay-Michael Dankl, KPÖ PLUS Gemeinderat

Für KPÖ Plus Gemeinderat Kay-Michael Dankl ist klar: „Es braucht einen Privatisierungsstopp für Wohnungen und Grundstücke.“ Die Stadt müsse bei Privatisierungen benachrichtig werden, dann könne sie intervenieren oder das Grundstück selbst sichern.

Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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