"Krone": Wie kann aus Ihrer Sicht so etwas passieren?
Heinz Tscheliessnigg: Wo Menschen miteinander arbeiten, passieren leider auch Fehler.
"Krone": Wo liegen bei einer Operation Fehlerquellen?
Tscheliessnigg: Da gibt es leider mehrere. Da wird zum Beispiel mittels 'Ausschreibung' exakt beschrieben, was der Patient hat, wann er drankommt, welches Team, alle Details. Das ist äußerst komplex; schon da kann etwas passieren. Oder im Operationssaal - wenn der Patient quasi falsch hingelegt wird.
"Krone": Hätte ein Chirurg eigentlich an der Niere erkennen müssen, dass diese gar nicht befallen ist?
Tscheliessnigg: Nein! Hier ist die 'No touch'-Chirurgie das gewählte Mittel - das heißt, dass der Chirurg im gesunden Gewebe operiert, damit nicht durch Druck eine mögliche Metastasierung passiert. Der sieht sowas also gar nicht.
"Krone": Ist man in der Uniklinik vor Verwechslungen gefeit?
Tscheliessnigg: Um das zu glauben, müsste man reichlich naiv sein. Dass rechts mit links verwechselt wird, scheint ein Klassiker zu sein. Ich kann nicht behaupten, dass uns nie ein Fehler passiert ist oder passieren wird.
von Christa Blümel, "Steirerkrone"
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