28.11.2020 12:30 |

Hochwasserschutz

„Brauchen die Flächen für Lebensmittelproduktion“

„Es müssen alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, damit es zwischen Thaur und Angath so wenig wie möglich Retentionsflächen für den Hochwasserschutz benötigt!“ Das forderten am Freitag WK-Präsident Christoph Walser und sein LK-Kollege Josef Hechenberger. Aktuell sind nämlich 500 bis 600 Hektar Fläche in Gefahr!

Der Hochwasserschutz im Tiroler Unterland ist seit Jahren ein Dauerbrenner. Tritt der Inn über die Ufer, dann braucht es so genannte Retentionsflächen, Zwischen Thaur und Angath wurden dafür zwischen 500 und 600 Hektar ausgewiesen. „Hochwertiges Agrarland, das wir dringend für die Lebensmittelproduktion benötigen“, erklärte gestern Josef Hechenberger. In Tirol seien nämlich ohnedies nur elf Prozent der Landesfläche für die Lebensmittelproduktion geeignet. Am ärgsten betroffen ist die Gemeinde Radfeld, wo mehr als 140 Hektar dem Hochwasserschutz geopfert werden müssten.

Energie aus Wasser gleich mitnutzen
Walser und Hechenberger, die sich unlängst die Situation vor Ort ansahen und sich mit allen Beteiligten trafen, haben Verständnis für den Bürgermeister und die Grundbesitzer. „Ich bin als Bürgermeister von Thaur ja selbst betroffen. Uns würde eine 70 Hektar große Fläche zwischen Metro und der Physiotherm wegbrechen. Eine Fläche, die für die Landwirtschaft reserviert ist, wo man aber auch ein schönes Gewerbegebiet errichten könnte. Ich mag gar nicht daran denken, was uns da alleine an Kommunalsteuer pro Jahr entgeht“, zeigt Walser auf.

Er und Hechenberger verlangen daher, dass alle Möglichkeiten in den Oberländer Seitentälern geprüft werden, um dort das Wasser zurückzuhalten. „Möglichst in Kombination mit Wasserkraftwerken“, fordern die Präsidenten, die in diesem Zusammenhang die Einstellung der Grünen kritisieren. Es sei ein massives Problem, wenn in Tirol ein Regierungspartner gegen den Ausbau der Wasserkraft sei.

Der zuständige LHStv. Josef Geisler bekräftigte gestern noch einmal, dass man „alle rechtlich möglichen Standorte zur Rückhaltung des Wassers“ prüfen werde – und zwar inklusive Energiegewinnung.

Markus Gassler, Kronen Zeitung

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