12.11.2020 07:00 |

Antigen-Pilotprojekt

In vielen Schulen fehlt Akzeptanz für Schnelltest

Ein Projekt in Tiroler Schulen für eine schnelle Corona-Abklärung könnte an der fehlenden Zustimmung von Eltern und Schülern scheitern. Dabei gehen Fachleute davon aus, dass der für das Projekt eingesetzte Antigentest Schulen entlasten und Schließungen verhindern kann

Es ist ein Widerspruch: Seit Wochen fordern Eltern und Schüler das Offenhalten von Bildungseinrichtungen. Um das schaffen zu können, startete am 4. November in den Bezirken Innsbruck und Innsbruck-Land ein Pilotprojekt mit Antigentests zur schnelleren Abklärung von Corona-Fällen an Schulen. Doch das Projekt droht nun ausgerechnet an der fehlenden Zustimmung von Eltern und Schülern zu scheitern.

Bislang etwas mehr als 50 Prozent Zustimmung
In Volks- und Mittelschulen haben bisher gerade einmal etwas mehr als 50 Prozent der Eltern ihre Zustimmung für einen Test gegeben, sollte ihr Kind im Unterricht eindeutige Symptome zeigen. Dabei sei die Abklärung mit einem Antigentest in maximal 30 Minuten erledigt, nennt Bildungsdirektor Paul Gappmaier den entscheidenden Vorteil gegenüber dem mit Wartezeiten und Quarantäne verbundenen PCR-Test.

In höheren Schulen, wo die Jugendlichen selbst entscheiden dürfen, liegt die Zustimmung zum Teil deutlich unter zehn Prozent. „Nur in den Polytechnischen Schulen haben 82 Prozent eingewilligt“, nennt Landesschulärztin Claudia Mark die große Ausnahme.

„Tests helfen gegen Schulschließungen“
Bildungslandesrätin Beate Palfrader zeigt sich verwundert über die fehlende Akzeptanz. Sie möchte das Verfahren rasch auf alle Schulen ausweiten: „Es hilft uns, die Situation zu entspannen und mögliche Schließungen von Bildungseinrichtungen zu verhindern.“ Ein genereller Schul-Lockdown könnte aber trotzdem kommen. Palfrader ist dagegen: „Wir haben 761 positive Fälle an Tiroler Schulen. Bei 100.000 Schülern und Lehrern kein extremer Wert.“

Im Internet kursieren die wildesten Gerüchte
Den Grund für die große Ablehnung orten Landesschulärztin Mark und Elternvertreter Christoph Drexler in Gerüchten, die im Internet kursieren. Dort wird über Verletzungen durch den für den Antigentest notwendigen Nasenabstrich spekuliert. Mark verweist darauf, dass der Abstrich von Ärzten durchgeführt werde. Sie räumt ein, dass es sich für Kinder unangenehm anfühlen kann. Von einem gefährlichen Verfahren könne aber keine Rede sein.

Drexler appelliert an Eltern und Schülern, den Antigentest zu unterstützen: „Die Alternative dazu wäre, dass Kinder mehr Unterricht versäumen - oder mehr Schulen sperren müssen.“

Claudia Thurner, Kronen Zeitung

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