02.11.2020 06:01 |

„Extrem schade“

Mediziner gegen Corona-Zwangspause im Sport

Vom Eishockey bis zum Fußball, Corona hält auch den steirischen Spitzensport in Atem. Schwere Krankheitsverläufe bleiben aber aus. Experten können der Pause für den Amateursport nur wenig abgewinnen.

Kollektive Herbstdepression im steirischen Sport! Aufgrund des Lockdown gehen am Dienstag auf den weiß-grünen Sportplätzen und in den -hallen die Lichter aus - zumindest für die kommenden vier Wochen fällt das Kinderballett genauso aus wie das wöchentliche Hobbykickerl. Wie hoch ist denn aber jetzt die Gefahr, sich beim Sport den Covid-Virus einzufangen?

Viele Profisportler positiv getestet
Fakt ist ja, dass es ausgerechnet im Profibereich, also jene Sportlergruppe, die vom Lockdown weitgehend verschont bleibt, auffällig viele Corona-Fälle gibt. Beim Eishockey wurde etwa nicht nur bei den 99ers die halbe Mannschaft positiv getestet, sondern die gesamte Liga vom Virus erwischt - weshalb hinter der Wiederaufnahme der Spielbetriebs noch immer ein Fragezeichen steht. Aber auch die Fußballer von Sturm, Hartberg und GAK trifft es regelmäßig, und aktuell ist Basketballmeister Kapfenberg mit sieben positiven Spielern außer Gefecht.

Für Mediziner ist dies keine wirklich Überraschung. „Diese vermehrte Positivitätsrate gibt nur die allgemeine gesteigerte Positivitätsrate wieder - Sportler sind da eben keine Ausnahme“, sieht es Robert Krause, Virologe am LKH-Univ. Klinikum Graz, nüchtern.

Hohe Testfrequenz
„Außerdem ist natürlich auch die Testfrequenz im Profisport extrem hoch“, wie Jana Windhaber, Leiterin der Sportambulanz der Uni-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde am LKH Graz, ergänzt. „Dazu ist es eben auch so, dass man als Sportler in der Kabine oder im Bus zu Auswärtsfahrten relativ engen Kontakt zu seinen Mitspielern hat.“

Sport stärkt Immunsystem
Schwere Krankheitsverläufe sind bei Sportlern aber äußerst selten. „Weil ein gesundes Immunsystem mit dem Virus einfach viel besser klarkommt“, wie Windhaber erklärt. Der vorübergehende Schlusspfiff im Amateur- und Hobbysportbereich ist für die Medizinerin „natürlich extrem schade, weil jeder weiß, welch positiven Effekte der Sport auf den Körper hat - dazu darf man ja auch die soziale Komponente nicht außer Acht lassen“.

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