02.11.2020 06:00 |

Grün, wo bist du?

Trist: Grau blüht der Beton im Wiener Aspern

Viel Grünraum - damit wird auch bei der Seestadt Aspern in Wien geworben. Doch ein Spaziergang durch die Siedlung zeigt: Grau blüht der Beton, Bäume sucht man in manchen Ecken vergebens. Hier knallt im Sommer die Sonne ungehindert hin, im Winter ist alles traurig öde. Ein Fall für unsere Serie „Verbaute Zukunft“.

„Insgesamt hat die Seestadt eine Gesamtfläche von 240 Hektar. Das entspricht etwa der Größe des 1. Bezirks. Rund 50 Prozent der Seestadt sind öffentlicher Raum, ein Großteil davon Grünraum“, heißt es dazu von der Stadt Wien. Das klingt doch großartig, sollte man glauben - aber der „Krone“-Lokalaugenschein zeigt viele Ecken und Straßen, in denen nur vereinzelt winzige Bäumchen stehen. Oder gar keine.

Seepark hilft Bewohnern in grauen Gassen nicht
Erst im Sommer sorgte dieser Fall für erhitzte Gemüter: „Direkt vor dem Gymnasium in der Seestadt wurden mehr als 1000 Quadratmeter zubetoniert“, hieß es von der Wiener FPÖ. Neben der Schule gibt es viele Wohnhäuser, aber kaum Grün. Eine Sprühnebeldusche sollte am Hannah-Arendt-Platz Abkühlung schaffen. Beim „Krone“-Lokalaugenschein um 16 Uhr bei Tropenwetter war sie nicht an. Immer wieder wird versprochen: Grünfläche kommt noch.

Mehr als 20.000 Personen sollen eines Tages hier wohnen, bis 2028 entsteht „im Nordosten Wiens eine Stadt mit Herz und Hirn“, wie es auf der offiziellen Homepage heißt – fehlt nur noch die grüne Lunge. Der riesige Seepark hilft den Menschen in den grauen Gassen nämlich nicht weiter.

Michael Pommer, Kronen Zeitung

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