21.10.2020 17:00 |

Betriebe pessimistisch

Steirischer Industrie droht weiterer Kahlschlag

Keine guten Aussichten! Jeder dritte steirische Industrie-Betrieb geht bis Jahresende von einem weiteren Personalabbau aus - das ergab eine Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung unter den 48 weiß-grünen Wirtschaftsflaggschiffen. Und doch tauchen am Corona-Horizont auch zarte Hoffnungsschimmer auf.

550 Stellen in den steirischen Werken der Voestalpine, rund 360 Mitarbeiter in Spielberg, die von der ATB-Pleite (der Sanierungsplan wurde gestern mit einer 30-prozentigen Quote angenommen) betroffen sind, 220 Posten wurden bei AVL in Graz gestrichen - die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Die Corona-Krise hat zu einer Zäsur in der in den letzten Jahren so boomenden steirischen Industrie geführt.

Konjunkturumfrage unter 48 Industriebetrieben
Und ein Ende ist nicht in Sicht. Jeder dritte Industriebetrieb rechnet bis Jahresende mit einem weiteren Personalabbau. Dies ergab eine Konjunkturumfrage der IV Steiermark unter 48 Unternehmen mit rund 40.000 Beschäftigen. „Um dieses Szenario abzufedern, müssen Einschränkungen der Geschäfts- und Produktionsfähigkeit vor Ort verhindert werden“, fordert IV-Geschäftsführer Gernot Paggger. Ganz verhindern werden sich weitere Entlassungen aber wohl nicht lassen.

Nur 15 Prozent rechnen mit Verbesserung
Zumal 27 Prozent der Betriebe von einer Verschlechterung der Ertragssituation in den nächsten sechs Monaten ausgehen - nur 15 Prozent rechnen mit einer Verbesserung. „Die steirische Industrie tut alles, um der Krise standzuhalten. Wir stellen jedoch fest, dass der Ausblick auf die kommenden Monate verhalten ist“, fährt Pagger fort.

Positiv ist, dass sich die Beurteilung der Auftragslage (siehe Grafik rechts) gegenüber der Juli-Umfrage verbessert hat - der Index stieg von minus 30 auf minus neun. Im vergangenen Herbst lag er allerdings noch bei plus zehn Punkten.

Schaden von 30,7 Milliarden Euro
Die IV rechnet in Österreich mit einem gesamtwirtschaftlichen Schaden durch Corona von 30,7 Milliarden Euro - 28 Prozent davon entfallen auf die Industrie, in der Steiermark werden es sogar 36 Prozent sein. Die Stimmung bleibt also frostig - und das liegt nicht wirklich am nahenden Winter.

Marcus Stoimaier
Marcus Stoimaier
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