19.10.2020 15:00 |

Innsbruck-Land

Nur zwei Impfdosen pro Kinderarzt im Oktober

Grippeimpfung - ein heiß diskutiertes Thema in Tirol. Die Debatte wird nun um ein Kapitel reicher. Ein Info-Blatt der BH Innsbruck für Kinderfachärzte in Innsbruck-Land sorgt für Unruhe. Demnach gibt es im Oktober pro Mediziner maximal zwei, ab November zehn Impfstoff-Packungen. Herbe Kritik wird laut.

Knapp 105.000 Grippeimpfdosen sind Tirol – wie berichtet – für den Herbst in Aussicht gestellt worden. Nun heißt es, die Dosen auch zu liefern. Die Vermutung, dass es daran eventuell sogar hapern könnte, lässt ein Info-Blatt der BH Innsbruck von 13. Oktober zu. Es ist adressiert an alle niedergelassenen Ärzte im Bezirk Innsbruck-Land.

Genaue Angaben im Info-Blatt
„Bei der Ausgabe an Kinderfachärzte ist zu beachten, dass im Oktober pro Kinderfacharzt maximal zwei Packungen Vaxigrip Tetra (Anm.: Grippeimpfstoff) zur Verfügung stehen, ab November sind es ca. zehn Packungen pro Kinderfacharzt“, heißt es. Grundsätzlich gelte, dass, falls ein Arzt auf sein Kontingent verzichte, dieses an einen anderen Kinderfacharzt weitergegeben werden könne. Für den zweiten Grippeimpfstoff Fluenz Tetra gelte, „dass für Kinderfachärzte max. 40 bis 45 Packungen ab Mitte November abgegeben werden können“.

„Österreich erhält jährlich rund 800.000 Grippeimpfstoffdosen. Das Gesundheitsministerium empfiehlt die Impfung für alle Kinder ab dem 6. Lebensmonat und für alle Erwachsenen. Demnach wird die Impfung von Minister Rudolf Anschober für fast neun Millionen Österreicher beworben. Es sind aber nur 800.000 Dosen verfügbar. Das nennt man perfekte Planung“, lässt ein Arzt seinem Frust freien lauf, „man wird in die angekündigte Grippe- sowie Coronawelle rauschen und niemand hat dies verhindert“.

Grippe & Corona: „Wir steuern auf Desaster zu“
Empört zeigt sich auch FP-NR Gerald Hauser: „Heuer gibt es erstmals ein kostenloses Kinderimpfprogramm. Doch die Impfstoffe stehen nicht zur Verfügung, wie dieses Schreiben zeigt. Wir steuern auf ein Desaster zu, weil Grippe und Corona zusammentreffen. Vorsorgen kann man nur, wenn man versucht, über Grippeimpfungen einen Schutz zu erzeugen, aber das funktioniert offenbar nicht. Die Impfstoffe müssen dringend besorgt werden. Wo sind der Bund und das Land Tirol?“

„Von 765.000 auf 1,25 Millionen Influenza-Impfstoffe“
Das Ministerium versucht, den Wind aus den Segeln zu nehmen. „Es ist gelungen, den Gesamtmarkt für Influenza-Impfstoffe zu vergrößern – von 765.000 im Vorjahr auf 1,25 Mio. Im gratis Kinderimpfprogramm werden 350.000 Dosen zur Verfügung gestellt, in der Bundaktion für 65+ nochmals 100.000 Dosen. Rein rechnerisch können so 14% der Bevölkerung geimpft werden (8,5% im Vorjahr)“, erklärt Pressereferentin Katha Häckel-Schinkinger. Prinzipiell liege die Influenza-Impfung im Bereich des Privatmarktes in Österreich, aus diesem Grund seien die Möglichkeiten seitens des Ministeriums begrenzt.

Sie betont auch, dass die Auslieferung von Grippeimpfstoffen gerade erst beginne. „Es ist derzeit etwas verfrüht, um final beurteilen zu können, ob es zu einem höheren Bedarf kommt als das Angebot ist. Wir hoffen auch, dass es durch die Impfstoffe im gratis Kinderimpfprogramm noch zu einer Umverteilung verfügbarer Dosen kommt“, sagt sie.

„Hygiene-Maßnahmen im Notfall einhalten“
Sollte es dennoch eintreten, dass Risikopersonen keine Impfung mehr bekommen, so ist es wichtig, Hygienemaßnahmen, wie etwa Hände waschen, Abstand halten und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, einzuhalten“, erklärt die Referentin.

Jasmin Steiner, Kronen Zeitung

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