10.10.2020 06:00 |

Krippe ohne Melchior

Rassismus-Debatte: Wirbel um Heilige Drei Könige

Aufregung lange vor der Weihnachtszeit! Im deutschen Ulm verbannt ein Dekan die Heiligen Drei Könige heuer aus dem traditionellen Krippenspiel. Weil die Darstellung des dunkelhäutigen Melchiors die Rassismus-Debatte wieder aufkochen ließ. Auch in München ist eine Diskussion entstanden. Wie sieht das bei uns aus?

„Die Heiligen Drei Könige stehen repräsentativ für die Menschen aus jenen drei Erdteilen, die damals zur Zeit der Geburt von Jesus Christus bekannt waren“, betont Paul Wuthe, Sprecher der Österreichischen Bischofskonferenz auf Anfrage der „Krone“. Somit stehe die Krippe mit den Heiligen Drei Königen gegen jeden Rassismus und gegen jegliche Art der Diskriminierung.

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Die Krippe mit den Heiligen Drei Königen ist gegen jeden Rassismus und gegen jegliche Art der Diskriminierung. Es gibt keinen Grund, die Heiligen Drei Könige pauschal aus der Krippe zu entfernen.

Dr. Paul Wuthe, Sprecher der Österreichischen Bischofskonferenz

Gänzlich anders sieht das der deutsche Gottesmann Ernst-Wilhelm Gohl aus Ulm, der für Schlagzeilen sorgte. „Die Holzfigur des Melchior ist etwa mit seinen dicken Lippen und der unförmigen Statur aus heutiger Sicht eindeutig als rassistisch anzusehen“, so der evangelische Dekan.

Hitzige Diskussion auch in Bayern
Auch im benachbarten Bayern ist eine hitzige Diskussion über die Heiligen Drei Könige entstanden. Im Erzbistum München wird daher laut überlegt, heuer auch auf Caspar, Melchior und Balthasar zu verzichten.

In Österreich ist das - vorerst - kein Thema. „Wichtig ist, darauf zu achten, dass die Darstellung dieser Figuren nicht herabwürdigend oder lächerlich machend erfolgt. Sensibilität bei diesem Thema ist wichtig“, sagte Rudolf Remler-Schöberl von der Dreikönigsaktion des Hilfswerks der Katholischen Jungschar am Freitag auf „Krone“-Anfrage.

Matthias Lassnig, Kronen Zeitung

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