29.09.2020 05:44

Fußball-Podcast

Heribert Weber: „Die Jungen mussten flüchten“

„Hans Krankl war unglaublich zornig“, erinnert sich Rapid-Ehrenkapitän Heribert Weber an ein Spiel in den 80er-Jahren: Rapid gewann deutlich, Hans Krankl erzielte aber kein Tor. Es ist nur eine von vielen kultverdächtigen Anekdoten, die Weber als Hauptdarsteller dieser Podcast-Episode zum Besten gibt. Hören und sehen Sie (im Video oben) außerdem, wie Weber im Gespräch mit krone.at-Sportchef Michael Fally vom Buchdrucker vom Profi-Kicker wurde, was er Karl Schlechta zu verdanken hat, wie er über Otto Baric denkt, wie die Euphorie in Salzburg in den 90ern („Die jungen Spieler mussten vor den Fans flüchten“) zustande kam, und vieles mehr.

Das Hotel „Kern-Buam“ in Graz. Viele Fußball-Mannschaften sind hier schon abgestiegen. Auch Heribert Weber bezog als Trainer mit seinen Mannschaften bei Auswärtsspielen in Graz hier regelmäßig Quartier. Es ist das Hotel von Webers Schweigervater, der mit der legendären Musik-Gruppe „Kern-Buam“ einst für Furore sorgte. Heute führt Webers Frau das Haus. Wie es um die musikalischen Qualitäten des Heribert Weber bestellt ist? „Darüber möchte ich nicht sprechen“, schmunzelt er gleich zu Beginn der Podcast-Aufzeichnung.

Hier der Podcast in voller Länge:

573 Bundesliga-Einsätze
Apropos Beginn: Der Beginn von Webers Karriere ist speziell. Bei einem Testspiel einer Buchdrucker-Auswahl gegen die U20 von Sturm Graz Anfang der 70er erzielte Weber alle drei Tore - für die Buchdrucker. Zwar ging das Spiel gegen Sturms Youngsters mit 3:5 verloren, aber der damals anwesende Sturm-Cheftrainer Karl Schlechta meinte: „Den Weber will ich haben.“ Gesagt, getan, im Jahr 1974 ging‘s für Weber, damals noch Mittelstürmer, ab in die große Bundesliga-Welt. Er sollte der Beginn einer großen Karriere werden. Bis heute ist Weber Bundesliga-Rekordspieler. Er brachte es auf 573 Einsätze - auf so viele wie sonst keiner.

Achse Weber vs. Achse Krankl
1979 wechselte Hans Krankl von Rapid zu Barcelona. Mit dem dafür erhaltenen Geld leisteten sich die Hütteldorfer unter anderem Heribert Weber. „Die ersten Jahre bei Rapid waren alles andere als einfach für mich - auch weil Trainer Karl Schlechta, der mich geholt hatte, bald abgesetzt wurde.“ Die 80er wurden aber extrem erfolgreich für Weber und Rapid: vier Meistertitel und der Einzug ins Europacup-Finale 1985 waren die Ausbeute. Auch weil Hans Krankl 1982 zurückkehrte und Heribert Weber die Kapitänsbinde abnahm. Dafür wurde Weber zum Ehrenkapitän ernannt. „Es war ja auch mein größter Wunsch, dass Krankl zurückkehrt“, sagt Weber. 

Der sich allerdings mit Krankl nicht immer grün war. In der Mannschaft entstanden beiden „Achsen“: eine rund um Weber, eine rund um Krankl. Wie Weber die Zusammenarbeit mit Krankl wahrnahm, warum dieser einmal trotz eines klaren Rapid-Siegs wutentbrannt die „Packler“ in die Kabine pfefferte, wie Otto Baric agierte, was er von Antonin Panenka versuchte zu lernen, wie es zum Salzburger Fußball-Wunder kommen konnte und wie der Trainer Heribert Weber mit Dejan Savicevic umging, sehen sie im Video oben oder können Sie hier (oben) oder auf iTunes und Spotify als Podcast hören. Gute Unterhaltung!

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