Soldaten-Streit

Trump fordert Entlassung von Fox-News-Journalistin

Ausland
06.09.2020 08:52

Der Streit um abfällige Bemerkungen über im Ersten Weltkrieg gefallene US-Soldaten, die Präsident Donald Trump getätigt haben soll, eskaliert weiter. Der republikanische Staatschef fordert nun die Entlassung einer Fox-News-Korrespondentin. Die Fernsehjournalistin soll wegen ihrer Berichterstattung „gefeuert“ werden, so Trump. Jennifer Griffin habe das Weiße Haus nie um eine Stellungnahme gebeten, kritisierte Trump. Fox News sei für ihn „verloren“. Die Journalistin hielt dennoch an ihrem Bericht fest.

Das US-Magazin „The Atlantic“ hatte am Donnerstag berichtet, Trump habe während einer Frankreich-Reise im November 2018 im Ersten Weltkrieg gefallene US-Soldaten als „Verlierer“ und „Trottel“ bezeichnet. Der US-Präsident habe einen geplanten Besuch des US-Militärfriedhofs Aisne-Marne bei Paris mit den Worten abgelehnt: „Warum sollte ich diesen Friedhof besuchen? Er ist voller Verlierer.“ In einem weiteren Gespräch auf derselben Reise habe Trump die mehr als 1800 auf dem Friedhof bestatteten US-Soldaten als „Trottel“ bezeichnet, berichtete „The Atlantic“ unter Berufung auf vier Zeugen. Offiziell hatte die US-Delegation die Absage des Friedhofsbesuchs mit zu schlechtem Wetter für einen Hubschrauberflug begründet.

US-Präsident Donald Trump während einer Gedenkfeier, die anlässlich des 100. Jahrestags der Unterzeichnung eines Waffenstillstands im Ersten Weltkrieg 2018 in Frankreich stattgefunden hat (Bild: AFP)
US-Präsident Donald Trump während einer Gedenkfeier, die anlässlich des 100. Jahrestags der Unterzeichnung eines Waffenstillstands im Ersten Weltkrieg 2018 in Frankreich stattgefunden hat

Die Fox-News-Korrespondentin für Fragen der nationalen Sicherheit, Griffin, berichtete später, zwei frühere Regierungsmitarbeiter hätten ihr bestätigt, dass Trump einen Besuch des Friedhofs abgelehnt habe. Das Wetter habe dabei keine Rolle gespielt. Eine von Griffins Quellen bestätigte demnach auch, dass Trump US-Soldaten als „Trottel“ bezeichnet hatte - allerdings in einem anderen Zusammenhang. „Als der Präsident über den Vietnam-Krieg sprach, sagte er: ,Es war ein dummer Krieg. Jeder, der hinging, war ein Trottel‘“, zitierte die Journalistin den US-Präsidenten.

Trump spricht von „Fake-Geschichte“
Trump bestritt die Vorwürfe in einer Serie wütender Tweets. Am Freitag sagte der Republikaner, der sich im November für eine zweite Amtszeit wiederwählen lassen will, es handle sich um eine „Fake-Geschichte“. Für ihn seien gefallene Soldaten „absolute Helden“. Den Autoren des ursprünglichen Berichts, „Atlantic“-Chefredakteur Jeffrey Goldberg, bezeichnete Trump als „Schleimkugel“. Auch US-Präsidentengattin Melania Trump verteidigte ihren Mann. Die Vorwürfe seien „nicht wahr“, erklärte die First Lady auf Twitter.

US-First Lady Melania Trump (Bild: AP)
US-First Lady Melania Trump

Griffin beteuerte am Samstag auf Fox News: „Ich kann Ihnen sagen, dass meine Quellen absolut zuverlässig sind.“ Sie kenne ihre Quellen namentlich und „bezweifele, dass sie für den Präsidenten anonym sind“. Dem in der Regel Trump-freundlichen Sender Fox News warfen Kritiker vor, Griffins Recherchen nicht prominent präsentiert zu haben.

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