27.08.2020 07:00 |

Kameras am Körper

Moderne Gewaltprävention für die MÜG wird getestet

Demnächst startet der Bodycam-Einsatz bei der Mobilen Überwachungsgruppe der Stadt Innsbruck. In einem Pilotprojekt werden die MÜG-Mitarbeiter vorerst den Gebrauch einer Bodycam im Dienstalltag testen. „Davor findet noch eine rechtliche Abklärung mit der Datenschutzbeauftragten der Stadt Innsbruck statt“, kündigt der für die Sicherheit in Innsbruck zuständige VBM Johannes Anzengruber an.

Dazu fand am Mittwoch mit den Verantwortlichen der Innsbrucker Stadtpolizei ein Erfahrungsaustausch statt. In einer kleinen Kooperation unterstützt die einheimische Exekutive mit ihrer fachlichen und praktischen Expertise die Stadt bei diesem geplanten Pilotprojekt.

Zwölf Bodycams im Einsatz
Die Polizei kann auf eine einjährige Erfahrung zurückgreifen, da im März 2019 die damalige türkis-blaue Bundesregierung den Einsatz von Bodycams bei der Polizei einführte. 12 dieser am Körper getragenen Kameras sind in Tirol derzeit in Verwendung. „Auch die Tirol Kliniken und die ÖBB -außer in Tirol- setzen diesen speziellen Kameras ein“, informiert VBM Johannes Anzengruber.

Einsatz gerechtfertigt
„Gerade in einer Zeit, in der europaweit die Gewaltbereitschaft ansteigt und gehäuft auch Feuerwehrleute, Sanitäter und Polizisten bei Einsätzen tätlich angegriffen werden, ist die Verwendung von Bodycams auch bei den Ordnungskräften der Stadt gerechtfertigt“, sagte Anzengruber.  

Zweck Beweissicherung
Diese speziellen Kameras dienten vorrangig zur Gewaltprävention und zur Beweissicherung. „Der Schutz der MÜG-Mitarbeiter ist mir ein großes Anliegen. Studien beweisen, dass durch das Tragen von Bodycams, die Gewalt an den eingesetzten Kräften stark reduziert wird. So hat zum Beispiel die Polizei in Baden-Württemberg mehr als ein Jahr lang den Einsatz der Bodycams ausgewertet, die mittlerweile alle Streifenpolizisten am Oberkörper tragen.

Weniger Gewalt
Das Ergebnis: Die Zahl der Körperverletzungen gegen Polizisten ist in diesem Zeitraum um ein Fünftel zurückgegangen. Die Zahl schwerer Körperverletzungen sank um 39 Prozent“, erklärt VBM Anzengruber seine Motive, warum er bei der MÜG das Bodycam-Pilotprojekt startet.

Manipulation ausgeschlossen
Die Bodycams seien leicht zu bedienen und erfüllen alle die rechtlich notwendigen Voraussetzungen für einen Dienstbetrieb. So seien zum Beispiel Bildmanipulationen durch das gezielte Herausschneiden von bestimmten Sequenzen ausgeschlossen.

Testbetrieb 
„Nach dem Testbetrieb ziehen wir ausführlich Bilanz. Dann kann man qualifiziert darüber diskutieren, ob die Verwendung von Bodycams bei der MÜG sinnvoll und nützlich ist und ob diese Spezialkameras für den Regelbetrieb angeschafft werden sollen“, stellt Anzengruber fest.

 Tiroler Krone
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