20.08.2020 17:53 |

Appell an Eltern

Experten warnen: Kinder ertrinken lautlos

Am Freitag ist nochmals ein sommerlicher Badetag - viele Steirer werden die Chance nutzen. Doch gerade auf die Kleinen heißt es gut aufpassen.

Ertrinken ist auch im Jahr 2020 die häufigste tödliche Unfallursache bei unter Fünfjährigen - pro Jahr gibt es im Schnitt an die 20 Ertrinkungsunfälle in Österreich, drei Kinder überleben diese nicht. Auf jedes tödlich verunglückte Kind kommt zusätzlich noch ein weiteres, das sein restliches Leben mit einer schweren geistigen Behinderung verbringen muss.

„Das Tragische ist, dass Kinder nicht um Hilfe schreien, wenn sie zu ertrinken drohen. Im Gegenteil, sie ertrinken lautlos und innerhalb von drei bis fünf Minuten“, warnt Holger Till, Vorstand der Grazer Uniklinik für Kinder- und Jugendchirurgie.

Wassertiefe von wenigen Zentimetern reicht
Einer der Gründe für das hohe Ertrinkungsrisiko bei den Kleinen ist der sogenannte „Totstellreflex“, der bis zum Alter von drei Jahren auftritt. Aus ungeklärter Ursache können sie den Kopf nicht aus dem Wasser heben, selbst wenn die Wassertiefe nur wenige Zentimeter beträgt. Gefahrenquellen sind deshalb nicht nur Pools oder Teiche, sondern auch Planschbecken und Regentonnen. „Deshalb sollte man Kinder bis zum Ende des Volksschulalters und bis sie sehr gut schwimmen können, am und im Wasser nie aus den Augen lassen“, appelliert Till.

Der Verein „Große schützen Kleine“ am LKH Univ. Klinikum Graz, dessen Präsident Till ist, hat in Kooperation mit der Holding Graz deswegen Anfang August auch eine Bewusstseinskampagne in den Grazer Bädern durchgeführt.

Angebot an Gratis-Schwimmkurse wird ausgebaut
Die Stadt Graz versucht vor allem bei den Schwimmkenntnissen der Kinder anzusetzen. „In einem normalen Jahr bieten wir rund 360 Schwimmkurs-Plätze an, heuer waren es Covid-bedingt etwa 280. Für die Zukunft wollen wir unser Angebot an Gratis-Schwimmkursen noch weiter ausbauen“, betont Jugend- und Familienstadtrat Kurt Hohensinner (ÖVP).

„Die meisten Kinder lieben das Wasser - die damit verbundenen Gefahren werden leider oftmals unterschätzt. Deshalb wollen wir gemeinsam mit dem Verein ,Große schützen Kleine‘ über die Risiken aufklären.“

Marcus Stoimaier
Marcus Stoimaier
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