Politiker-Renten&Co.

Vier Zahlen im Landtagswahlkampf

Steiermark
19.09.2010 13:07
Zahl des Tages Nummer 1: 12.000 Euro! Franz Voves, Landeshauptmann, würde diese Summe ab dem 60. Lebensjahr als Rente von seinem ehemaligen Dienstgeber, einer Versicherung, per Vertrag zugesichert bekommen haben. Schreibt zumindest das "profil". Das wäre in der Endphase des Wahlkampfes ein ziemliches Bomberl. Denn Franz Voves hatte immer behauptet, mit seinem Abgang aus der Privatwirtschaft hätte er auch sämtliche (Versorgungs)-Netze abgeschnitten. Wie auch immer, der Betrag stimme nicht, lässt Voves über sein Büro verlauten.

Und außerdem: Nichts würde aus Steuergeldern finanziert. Auch das Unternehmen, das so in den Wahlkampf gezogen wurde, dementiert heftig: "Blanker Unsinn, es gibt zwar eine Pensionsregelung, die sei private Angelegenheit, hat nichts mit Politik oder Steuergeldern zu tun."

Zahl des Tages Nummer 2: 15.000 Euro! Das "profil" wartet auch für Hermann Schützenhöfer mit einer (angeblichen) Rente auf. Der Konter ist ebenso rasch wie unaufgeregt gekommen. Per Brief und Siegel der Landes-Personalabteilung hat sich Schützenhöfer bereits im Jänner bestätigen lassen: "Da Sie seit 1981 (also seit 29 Jahren) durchgehend politische Funktionen ausgeübt haben besteht Anspruch auf einen Ruhebezug. Per Gesetz ab 1. Mai 2016 (also dann nach 35 Jahren) beträgt dieser zirka 8.400 Euro brutto monatlich.

So, jetzt zwischen allen Zahlen. Wir wissen, man kann sie interpretieren, deuteln, verdrehen und wenden wie man will. Im konkreten Fall aber drängt sich auf: Da wollte man beiden Landeshauptmann-Kandidaten etwas "hineinwaxeln", was es so nicht gibt. Aber auch das ist Wahlkampf!

54.921 Steirer nutzten Vorwahltag
Zahl des Tages Nummer 3: 54.921 Steirer haben den Freitag als Vorwahl-Tag genutzt, knapp 6 Prozent der Wahlberechtigten. Das ist stattlich. Die meisten haben im Bezirk Murau (10,76 Prozent) gewählt, die wenigsten in Graz (3,55 Prozent). Rechnet man dann noch - vorerst geschätzt - 50.000 Wahlkarten dazu, dann kann's leicht sein, dass aus einem Ergebnis am Sonntag nix wird. Dann heißt es warten bis zum 4. Oktober.

Zahl des Tages Nummer 4: 25 Millionen Euro, das behauptet zumindest Grünen–Geschäftsführer Stefan Wallner, würden die SPÖ/ÖVP-Wahlkampfkampagnen kosten. "Das ist nicht aus der offiziellen Parteiförderung zu zahlen, Wahlkampf-Financiers haben Großparteien längst gekauft." Ein schwerwiegender Vorwurf!

Bücher zur Wahl
Da schau her, es gibt sogar Wahl-Bücher. Höchst unterschiedliche: Bei Leykam ist ein großformatiges Werk (144 Seiten, 34,90 Euro) mit dem konstruierten Titel "Steiermark: Innovation: 2010 Wahl" erschienen. Mit Beiträgen prominenter Autoren - von Caritas-Präsident Franz Küberl über IV-Generalsekretär Thomas Krautzer bis zu "Frontal"-Herausgeber Alfred Annawitt. Ein Miniformat mit lustvollem Inhalt ist dagegen "Steirerstoark - Das Buch", geworden. ÖVP-Wahlkämpfer haben auf 100 Seiten steirische Identität - vom Sterzrezept bis zu Liedtexten - festgehalten. Wird an alle Haushalte versandt.

"Steiermark Inoffziell" von Gerhard Felbinger, "Steirerkrone"

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