31.07.2020 09:53 |

Tausende Euro Schaden

Klimaschützer bekennen sich zu Grazer Flyer-Aktion

Vor wenigen Tagen sorgten gefälschte Flugzettel und eine Homepage in Graz für Aufregung. Darin wurde ein SUV-Fahrverbot im Grazer Stadtgebiet ab Herbst angekündigt. Wie sich herausstellte, handelte es sich dabei um einen Fake. Nun haben sich Klimaschützer dazu bekannt. Die Stadt Graz sprach von einem Schaden von mehreren Tausend Euro: „Das ist kein Kavaliersdelikt.“

„Wir, eine Gruppe von Menschen, die sich der Klimagerechtigkeitsbewegung zugehörig fühlen, haben in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch mehrere Tausend Flyer an Pkw in Graz angebracht“, beginnt das Bekennerschreiben der Gruppe. Daneben wurde auch noch eine Website der Stadt Graz täuschend echt gefälscht.

„Alle beschriebenen Vorhaben sind frei erfunden. Tatsächlich könnten sie von der Wahrheit nicht weiter entfernt sein, denn Mobilität in Graz stinkt wörtlich zum Himmel. Der Alltag wird geprägt von Lärm, Abgasen und einer völlig unverhältnismäßigen Platzaufteilung für die Automobilität“, heißt es weiter. Die Aktivistinnen und Aktivisten seien überwältigt von den positiven Rückmeldungen im Netz zu ihrer Aktion. Sie wollten damit „anecken, Diskussionen anregen und aufzeigen, wie die Welt aussehen könnte, in der wir leben“.

Kritik an Stadtregierung reißt nicht ab
Auch im Bekennerschreiben üben die Verfasser Kritik an der Stadtregierung: „Mit ihrer aggressiven Betrugsrhetorik schiffen sie elegant an den angestoßenen Inhalten vorbei und versuchen zudem, Angst bei den Bürger*innen zu verbreiten. Währenddessen planen sie gemütlich im Hinterzimmer den Autotunnel an der Josef-Huber-Gasse und gießen damit ganz nebenbei das nächste wahnsinnige fossile Infrastrukturprojekt in Beton.“

Die Webseite sei übrigens nicht verwendet worden, um Daten von Personen zu sammeln. Die im Kontaktformular geschriebenen Botschaften wurden an Bürgermeister Siegfried Nagl und das Verlehrsplanungsbüro gesendet.

Anzeige und Ermittlungen
Bei der Stadt Graz stieß die Gruppe aber auf kein Verständnis, denn die eintrudelnden Mails, die Flyer und Telefonate hätten für hohen Personaleinsatz gesorgt, der mehrere Tausend Euro Schaden verursacht habe. Deshalb gab es auch die Anzeige bei der Polizei. Es sei „kein Kavaliersdelikt“, wenn andere die Identität der Stadt Graz annehmen. Nach so einer Aktion wolle die Stadt auch nicht mit der Gruppe über die Inhalte diskutieren, hieß es aus dem Büro Nagl. Nun ermittelt die Polizei.

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