„Krone“-Telefonstunde

„Hallo, hier Johanna Mikl-Leitner am Hörer!“

Gehört, um verstanden zu werden – dieses Gefühl ist in Krisenzeiten ebenso wertvoll wie jedes finanzielle Hilfspaket. Darum luden NÖ-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und die „Krone“ zur Telefonstunde für Vereinsvertreter. Ansatz: So wenig Einschränkungen wie nötig, bei so viel Hilfe wie nur irgendwie möglich.

In Kooperation mit dem Service Freiwillige unter der Leitung von Konrad Tiefenbacher sowie der Kulturregion mit Geschäftsführer Martin Lammerhuber wurden eine Woche lang die Probleme und Nöte der knapp 20.000 blau-gelben Vereine dokumentiert. Denn das Miteinander ist in Niederösterreich seit jeher wichtig – und es sind auch die 20.000 Vereine im Land, in denen dieses „Wir-Gefühl“ besonders zur Geltung kommt. Sie wurden von der Coronakrise schwer getroffen. Weil während des Lockdown Einnahmen ausgeblieben, laufende Kosten teils aber weitergelaufen sind, stehen viele Vereine vor existenziellen Problemen. Denn was tun, wenn im Herbst eine zweite Welle kommt? Wie können in der ungewissen Zeit überhaupt Veranstaltungen vorausgeplant werden? Wann können auch Senioren wieder gemeinsam Ausflüge machen – und wie sollten sie sich dabei schützen? Und wie geht man also um mit dem so tief im Land verwurzelten Miteinander, wenn doch gerade das Abstandhalten aktuell oberstes Gebot ist?

„Wir wollen das Ohr bei den Vereinen haben. Dort, wo sich die Menschen in unrem Land engagieren“, betont „Krone“-Ressortleiter für Niederösterreich Lukas Lusetzky. Gemeinsam mit Mikl-Leitner suchte er bei einer Telefonsprechstunde am Donnerstag nach Antworten auf all diese Fragen. Und das mit Erfolg: Angefangen von Anerkennungs-Dekreten, die auf Vorschlag von Uschi Seemann vom EUMIG-Museum in Wiener Neudorf im Bezirk Mödling fortan für die vielen ehrenamtlichen Helfer in den Landesmuseen verteilt werden sollen, bis hin zur Unterstützung bei der Erstellung von Corona-tauglichen Sicherheitskonzepten für im Herbst und im Winter geplante Veranstaltungen. Vereinfacht wird etwa der Paragrafen-Dschungel für Sportvereine. „Ich verstehe, dass es schwierig ist“, erklärte die Landeschefin diesbezüglich Josef Kitzler, Präsident des SC Weißenkirchen in der Wachau, am Telefon. Die Auszahlung von Hilfsgeldern soll möglichst entbürokratisiert und damit auch rascher umsetzbar werden.

Probleme erkennen, Lösungen formulieren
Auf einfache Lösungen hoffen darf nun auch Christian Pfeiffer, stellvertretender Kommandant der Wiener Neustädter Feuerwehr. „Bei Wehren im ganzen Land ist durch die Corona-bedingte Auszeit ein Ausbildungsrückstand entstanden. Dieser muss rasch aufgeholt werden“, warnte er.

„Ein guter Hinweis. Wir werden nach einer Lösung suchen“, versprach Mikl-Leitner. Weit mehr als nur eine Stunde nahm sie sich letztlich Zeit für die Anliegen der Landsleute am anderen Ende der Leitung – ehe sie nach dem stets gleichen Schlusssatz: „Und bitte gsund bleiben“, den „glühenden“ Hörer beiseite legte.

Nikolaus Frings, Kronen Zeitung

Nikolaus Frings
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