24.07.2020 15:00 |

Fußball

Struber nach Barnsley-Rettung: „Bin total leer“

Überglücklich und völlig erschöpft kehrte „Retter“ Gerhard Struber gestern nach dem Klassenerhalt mit Barnsley nach Salzburg zurück. Die Gründe für die Trendwende und wie es für den 43-Jährigen weitergeht.

Herr Struber, wie ausgiebig haben Sie den Klassenerhalt mit Barnsley gefeiert?

(lacht) Wir haben richtig Party gemacht in London, bis weit in die Nacht hinein gefeiert.

Das Siegtor im letzten Spiel fiel in Minute 91 – eine Achterbahnfahrt der Gefühle?

Alle wussten, dass ein Sieg notwendig sein würde. Wir sind volles Risiko gegangen, was sich bezahlt gemacht hat. Danach war da nur unglaubliche Freude.

In einem TV-Interview kamen Ihnen die Tränen. Fiel der ganze Druck ab?

Genau. Ich bin ja emotional, habe das aber immer gut unter Kontrolle. Der Druck war unglaublich, jeder wollte alles reinschmeißen. Diese Anspannung fiel dann ab, daher war das nicht mehr zu kontrollieren.

Last-Minute-Tor, dazu der Punkteabzug für Konkurrent Wigan. Sie hatten das Glück des Tüchtigen?

Das kann man so sagen. Wir haben es uns aber auch sehr hart erarbeitet.

Als Sie Trainer in Barnsley wurden, war das Team Schlusslicht und 14 Spiele sieglos. Wie haben Sie es wieder zum Leben erweckt?

Anfangs war unglaublich wenig Hoffnung zu spüren, kein Teamgeist da. Wir haben an den richtigen Schrauben gedreht, man sieht jetzt auch unsere Spielidee.

Nach der Pause waren Sie achtbestes Team. Haben Sie vom Lockdown profitiert?

Das kann man so sagen. Die Phase hat uns gutgetan, wir hatten Zeit nur für uns, es gab keine Ablenkung.

Sie werden von den Fans als Retter gefeiert, haben noch Vertrag. Bleiben Sie?

Ich will weiterarbeiten, es gibt aber Anfragen einiger Vereine. Durch Corona ist die Situation verändert – vor allem familiär. Die letzten Wochen haben viel Energie gekostet. Ich merke, dass ich total leer bin. Meine Familie habe ich zwei Monate nicht gesehen – auf Dauer hätte so etwas keine Zukunft.

Wie geht’s jetzt weiter?

Wir fahren entweder mit dem Wohnmobil weg oder fliegen nach Griechenland. Die nächsten drei Wochen gehören meiner Familie, bis zum Trainingsstart Mitte August will ich dann auch alles abgesteckt haben.

Christoph Nister
Christoph Nister
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