Linz statt Damen-Team

Knalleffekt beim LASK! Thalhammer folgt auf Ismael

Der Fußball-Bundesligist LASK hat sich von Trainer Valerien Ismael getrennt. Wie der Klub am Samstag mitteilte, übernimmt Dominik Thalhammer das Amt des Trainers und des Sportdirektors. Der 49-Jährige war bereits 2007/08 als Assistent von Karl Daxbacher bei den Linzern beschäftigt.

Thalhammer ist aktuell noch Teamchef von Österreichs Frauen-Nationalmannschaft. „Nach neun Jahren beim Frauen-Nationalteam fällt mir der Abschied schwer. Ich hoffe aber, dass mir der ÖFB bei meiner Vertragsauflösung entgegenkommt, damit ich schon gegen Manchester United am 5. August auf der Bank sitzen kann“, wird er in der Aussendung zitiert.

Wunschkandidat vor Ismael
„Er war schon im letzten Sommer unser Wunschkandidat. Wir haben aber verstanden, dass er sich dem Frauen-Nationalteam und dem ÖFB verpflichtet fühlt. International hatten wir vor einem Jahr noch nicht viel erreicht und unser Team war im Umbruch“, erklärt Jürgen Werner. „Als wir heuer nochmal angefragt haben und die Chance da war, wussten wir, dass wir jetzt schnell Nägel mit Köpfen machen müssen“, so Präsident und Vizepräsident.

„Dominik Thalhammer war mit 33 Jahren der jüngste Trainer, der je eine Mannschaft der obersten österreichischen Spielklasse betreut hat. Seither hat er sich in vielen verschiedenen Funktionen weiterentwickelt und besitzt einen ganz speziellen, ganzheitlichen Blick auf den Fußball. Wir sind unglaublich glücklich, dass wir ihn für unser Projekt gewinnen konnten. Er wird uns nochmal besser machen“, gibt sich Jürgen Werner euphorisch.

Corona-Sünder
Der LASK hätte die Meisterrunde mit drei Punkten Vorsprung auf Red Bull Salzburg als Spitzenreiter aufgenommen, beim effektiven Start nach der Coronavirus-Zwangspause waren die Athletiker mit drei Zählern Rückstand aber nur Zweite. Der Bundesliga-Senat hatte wegen verbotenen Mannschaftstrainings ohne Einhaltung der Abstandsregeln sechs Punkte abgezogen, später wurde die Strafe auf vier Zähler reduziert. Am Saisonende war der LASK nach mäßigen Leistungen nur Vierter.

Unstimmigkeiten
Unstimmigkeiten innerhalb der Mannschaft sollen laut Medien ausschlaggebend für den Trainerwechsel gewesen sein. Der Club lieferte am Samstag die Bestätigung der am Freitag aufgetauchten Gerüchte über den Trainerwechsel. Vizepräsident Jürgen Werner, der den gebürtigen Franzosen mit deutschem Pass am 27. Mai 2019 als Nachfolger von Oliver Glasner präsentiert hatte, dankte Ismael „sehr herzlich für die gute und engagierte Arbeit“. Es sei keine Entscheidung gegen Ismael, sondern für Thalhammer gewesen.

LASK-Präsident Siegmund Gruber erklärte, er verstehe den Frust und Ärger von Ismael, nach dieser „großartigen Saison“ gehen zu müssen. „Die Entscheidung ist uns wirklich sehr schwergefallen“, wurde Gruber zitiert.

Thalhammer sei schon im vergangenen Jahr der Wunschkandidat gewesen, sagte Werner. Der Oberösterreicher habe sich aber dem Frauen-Nationalteam und dem ÖFB verpflichtet gefühlt. Als heuer bei einer nochmaligen Anfrage die Chance da war, habe man gewusst, dass man rasch Nägel mit Köpfen machen müsse.

Gruber betonte, man sei mit Thalhammer stets auf einer Wellenlänge gewesen. „Das Präsidium war sich immer bewusst, dass er wohl wie kein Zweiter zum LASK, unserer Philosophie und unseren Zielen passt“, betonte der Club-Chef. „Er wird uns nochmal besser machen“, erklärte Werner. Thalhammer besitze einen ganz speziellen, ganzheitlichen Blick auf den Fußball.

Thalhammer war bereits 2007/08 als Assistent von Cheftrainer Karl Daxbacher beim LASK tätig. Für den 49-Jährigen ist es die zweite Station als Cheftrainer im heimischen Fußball-Oberhaus. Im September 2004 hatte er als 33-Jähriger bei Admira Wacker Bernd Krauss abgelöst, musste aber im August 2005 nach Niederlagen in den ersten sechs Spielen wieder gehen.

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Dienstag, 04. August 2020
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