07.07.2020 06:30 |

Uni im Normalbetrieb

Schluss mit Mogelei: Die Hörsäle öffnen wieder

Während an manchen steirischen Unis die Prüfungen zuhause streng überwacht wurden, gab es an anderen wiederum kaum Checks bei Online-Klausuren. Die ÖH kritisiert, dass viel Unsicherheit geherrscht hätte, ab Herbst soll es nun aber wieder einen Regelbetrieb geben.

Das Corona-Semester war anders als alle anderen – und wohl auch eines der schummel-intensivsten. Viele Prüfungen an der Karl-Franzens-Universität Graz wurden online als „Open-Book-Prüfungen“ durchgeführt – das bedeutet, dass es erlaubt war, helfende Unterlagen zu verwenden. Die Aufgaben fielen teilweise schwerer aus, wie einige Studenten berichten. Einen Weg zur Überprüfung, ob die Studenten selbst oder Einflüsterer am Werk waren, gab es oft nicht – nur eidesstattliche Erklärungen, die die Prüflinge bestätigen mussten. Man verließ sich auf ihre „redliche Absicht“.

Nicht überall lief das so ab. Auf der Grazer FH Campus 02 wurden schriftliche Prüfungen rigoros überwacht. „Das war viel Aufwand, man musste sich ein Stativ besorgen und sich selbst über die Schulter filmen“, erzählt ein Student. Verließ man den gefilmten Bereich, galt die Prüfung als abgebrochen. Am Niveau habe sich nichts geändert. Nur: „Ich finde es unfair, dass anderen Unis nicht so streng waren.“

Von Seiten der Uni Graz hieß es dazu nur, dass man den Studenten Konsequenzen angedroht hätte, sollte jemand beim Schummeln erwischt werden. Auch die Technische Uni in Graz kalmiert: „Uns sind keinerlei Fälle über Fehlverhalten von Studierenden bekannt.“

„Schummeln kann man bei jeder Prüfung“
Die Studierendenvertreter sehen das anders. „Prinzipiell kann man bei jeder Prüfung schummeln. Überwachung finden wir schwierig, weil die Privatsphäre respektiert werden soll“, sagt die Vorsitzende der ÖH Uni Graz, Viktoria Wimmer. „Viele Klausuren wurden absichtlich kürzer gemacht, die Studenten standen unter großem Stress.“ Außerdem sei lange unklar gewesen, ob und wann Prüfungen überhaupt abgehalten werden.

Zitat Icon

Die größte Sorge der Studierenden während Corona war, dass sie lange im Unklaren gelassen wurden. Viele wussten nicht, wie und ob ihre Prüfungen stattfinden und wie es im Studium weitergeht.

Viktoria Wimmer, Vorsitzende ÖH Uni Graz

Stellvertreter Jan Stering ergänzt: „Fernlehre soll nicht nur Selbststudium sein. Die Uni Graz darf die Digitalisierung jetzt nicht fallen lassen.“

250 junge Menschen haben jedenfalls während des Corona-Semesters an der Uni Graz ihr Studium abgeschlossen. Sollte es wieder zu einem Ausbruch kommen, ist die Uni mit einer Strategie bis 2022 gerüstet. Sofern es zu keiner zweiten Pandemie kommt, will man im Herbst aber auf jeden Fall wieder in den Regelbetrieb zurückkehren

Hannah Michaeler
Hannah Michaeler
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