06.06.2020 07:30 |

Arbeit am Limit

Heftige Kritik: Hilferuf einer Briefträgerin

„Arbeit darf nicht krank machen“: Mit drastischen Worten wandte sich eine Salzburger Briefträgerin per Brief an ihre Vorgesetzten. Sie kritisiert die „unvertretbaren Zustände“ in Zeiten der Coronakrise. Die Post selbst verspricht mehr Personal.

Es ist ein Hilferuf, den eine Salzburger Briefträgerin dieser Tage schriftlich verfasste und an die Führungsebene der Post verschickte. Die Quintessenz des anonymen Schreibens: Der Druck und Stress am Arbeitsplatz sei in Zeiten von Corona nicht mehr zu ertragen. Die Zustellgebiete würden immer größer werden, die Pakete immer schwerer - das Personal aber nicht aufgestockt.

Die Coronakrise habe die Situation weiter verschärft. In Zeiten von Ausgangsbeschränkungen ließen sich viele Menschen die unterschiedlichsten Sachen per Post schicken. „Es kann ein Reifen, ein Traktor-Lkw-Teil oder sogar ein ganzer Motor sein“, heißt es in dem dreiseitigen Schreiben. Weitere Briefträger sprachen gegenüber der „Krone“ ebenfalls davon, momentan am Ende ihrer körperlichen Grenzen angelangt zu sein. Sie möchten anonym bleiben - aus Angst um ihren Arbeitsplatz.

Die Verfasserin des Briefes appelliert an ihre Vorgesetzten: „Ich bitte Sie respektvoll, eine Lösung für die tägliche Verteilung von Paketen pro Rayon und Person zu finden.“

Die Post selbst will mit neuem Personal gegensteuern. „Wir sind seit März verstärkt auf der Suche“, sagt Sprecher Markus Leitgeb. Alle Mitarbeiter würden in Zeiten wie diesen „großartige Arbeit“ leisten. Seine Hoffnung: „Die Paketmengen gehen langsam zurück.“ 

Nikolaus Klinger
Nikolaus Klinger
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