31.05.2020 15:00 |

Ehrenamtliche Einsätze

Wasserretter machen sich für Sommersaison bereit

Die Wasserrettungen im Salzkammergut sind für eine starke Saison gerüstet. In den letzten Jahren haben die Einsätze zugenommen. Denn die Gesellschaft ist laut Landeseinsatzleiter Karl Kreuzhuber risikobereiter geworden. Außerdem alarmieren Menschen schneller, so Michael Kling, Einsatzleiter aus Zell am See.

„Heutzutage geht jeder in ein Sportgeschäft und kauft sich eine professionelle Ausrüstung. Dann fährt er die Flüsse hinunter ohne Ausbildung“, kritisiert Kreuzhuber. Außerdem ist die Masse, die Wassersport betreibt, heute viel größer als früher. Dennoch: „Surfer und Kiter, die bei Sturm auf den See fahren, gab es immer schon’’, weiß Kling.

Aufgrund von Corona gab es am Jahresbeginn heuer zwar weniger Einsätze, doch diesen Sommer werden mehr erwartet. Haben Freibäder beschränkte Zugänge, wird die Verlockung durch Wildbaden an gefährlichen Stellen nämlich steigen. In der heurigen Sommersaison waren die Wasserretter das erste Mal beim Sturmtief „Gudrun’’ mit seinen knapp 100 km/h im Einsatz. “Wir haben alle gewarnt und geschaut, dass jeder rechtzeitig an Land kommt’’, erzählt Michael Pacher, Bezirkseinsatzleiter Flachgau Ost. „In Schwarzindien war dann noch ein Surfer im ärgsten Sturm in Seenot.’’

Training bei kühlem Pfingstwetter am See

Um für all diese Einsätze gut vorbereitet zu sein, trainierten die Retter am Samstag in Mondsee und St. Gilgen. "Hast keine Badehose mit’’, lachte das Team über Loibichls stellvertretenden Ortsstellenleiter Alexander Aigner, der sich für Actionfotos in den Neoprenanzug warf. Denn der Mondsee hat zur Strandbaderöffnung maximal 15 Grad gehabt.

Am Trainingstag wurde auch über unvergessliche Einsätze gesprochen. Die schlimmsten sind jene, mit Toten. „Da merkt man sich jeden“, sind sich die Retter einig. Pacher erinnert sich an einen Einsatz vor neun Jahren: „Wir haben zehn Tage lang nach einem Fischer am Irrsee gesucht - vergeblich.“ Rudolf Pichler von der Wasserrettung St. Gilgen blieb im Gedächtnis, wie ein Au-Pair Mädchen zehn Tage lang am Wolfgangsee gesucht wurde. Am Ende konnten es die Taucher aus einer Tiefe von knapp 90 Metern nur mehr tot bergen. 

Karina Langwieder
Karina Langwieder
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