13.05.2020 08:45 |

Neue Kirchen-Regeln

Ein „Vater unser“ hinter Schutzmasken

Ab Freitag sind wieder Gottesdienste erlaubt. Doch für die steirischen Pfarren gibt es strenge Vorgaben. Bei den Eingängen stehen Ordner, in den Bänken wird Abstand gehalten, Mund und Nase bleiben bedeckt.

Für regelmäßige Kirchgänger sind die Abläufe eines Sonntagsgottesdienstes vertraut, quasi in Fleisch und Blut übergegangen. Wenn sie ab diesem Wochenende wieder Messen in den Kirchen - und nicht vor Radios, Fernseher oder Laptops - feiern können, wird vieles anders sein als vor dem Ausbruch der Coronakrise Anfang März.

Das beginnt schon beim Eintritt in das Gotteshaus: „Wir haben nur einen Eingang offen. Ein Ordner ist vor der Kirche, ein weiterer im Inneren, er wird Plätze zuweisen, um den Abstand zu gewährleisten“, erzählt etwa der südsteirische Pfarrer Wolfgang Toberer.

Kirchen bleiben weitgehend leer
Denn volle Kirchen, wie sie sonntags vor allem in der Ost- und Südsteiermark noch üblich sind, wird es nicht so schnell geben. Die Regeln sehen einen Mindestabstand von zwei Metern zwischen den Gläubigen vor, nur eine Person pro 10 m² Fläche ist erlaubt. Die Bauabteilung der Diözese Graz-Seckau hat für die steirischen Gotteshäuser errechnet, wie viele Personen maximal gleichzeitig im Inneren sein dürfen.

Im Neuberger Münster etwa sind es immerhin 158, in der Basilika Mariazell 128, in der Pfarrkirche Pöllau 123 und im Grazer Dom 103. Doch es gibt auch kleine Kirchen, wo nur eine einstellige Personenzahl erlaubt ist: Neun sind es etwa in Grundlsee, lediglich je acht in Glashütten und Röthelstein.

Zur Kommunion steht keiner auf
Bei Toberer sind es 36 Personen in St. Peter am Ottersbach und 20 in Bierbaum. Weihwasser gibt es aus Hygienegründen keines, dafür stehen Desinfektionsmittel bereit. Die Zahl der Ministranten ist ebenso reduziert wie das Singen, bis auf den Priester tragen alle einen Mund-Nasen-Schutz. Abgenommen wird er nur zur Handkommunion.

„Wir legen auf allen Kirchenbänken Servietten auf, dorthin bringen wir die Hostien. So muss niemand aufstehen“, berichtet Toberer von der Lösung in seiner Pfarre. „Es ist herausfordernd, aber es wird sich einspielen“, ist er zuversichtlich.

Auch bei der Diözese sieht man die Pfarren gut vorbereitet - und dennoch hoffen alle, dass es bald wieder Messen wie damals gibt.

Jakob Traby
Jakob Traby
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