28.04.2020 06:00 |

Salzburger Festspiele

Große Jubiläumsausgabe ist abgesagt

Das große 100-Jahr-Festival der Festspiele ist für heuer abgesagt. Das Direktorium hofft auf eine Alternative.

„Auszuschließen ist, dass das Jubiläumsprogramm, so wie wir es vor Ausbruch der alles lähmenden Pandemie im November 2019 publiziert haben, auf die Bühnen gebracht werden kann. 200 Veranstaltungen an 16 Spielorten in 41 Tagen werden leider nicht möglich sein“, sagte Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler am Montag der „Krone“.

Aufgeben gibt es für sie nicht: Sie hoffe immer noch, dass die derzeit so positive gesundheitliche Entwicklung und die Vorgaben der Politik „andere“ Salzburger Festspiele im Sommer 2020 ermöglichen. „Diese Entscheidung soll, wie angekündigt, spätestens am 30. Mai von unserer Seite fallen.“

Die schwierige Suche nach Alternativen
Wie lange „andere“ Festspiele dauern könnten, werde derzeit überlegt. Auch: wie viele Veranstaltungen möglich sind und in welchen Räumen oder auf welchen Freiflächen.

Rabl-Stadler betonte, dass die Salzburger Festspiele in der Kulturlandschaft keine Sonderrolle einnehmen werden. Aber: Sie wollen an der Speerspitze im Kampf um die Interessen der Kultur stehen. Rabl-Stadler verwies dabei auch auf einen Artikel des „Krone“-Kolumnisten Martin Grubinger vom Sonntag, in dem er an die Kulturmacht Österreich appellierte. „Ich stehe Seite an Seite mit Herrn Grubinger“, sagte die Präsidentin.

Entscheidungen mit der Kulturbranche treffen
Sie kritisierte unter anderem die 20-Quadratmeter-Regel, die Vizekanzler Werner Kogler und Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek auf einer Pressekonferenz vorgeschlagen hatten. Und: Die beiden hätten die Branche vor der Konferenz nicht ausreichend eingebunden. „20 Quadratmeter Platz pro Person kommen aus dem Handel. Sie lassen sich nicht einfach übertragen“, so Rabl-Stadler. Sie steht nun in engem Kontakt mit Lunacek. Zwei ihrer Vorschläge für Festspiele 2020: Stücke von maximal zwei Stunden ohne Pausen, großzügige Bestuhlung. Aus dem Büro Lunacek hieß es: „Die 20 Quadratmeter waren zum Zeitpunkt der Konferenz die maximale Richtlinie. Es bedeutet nicht, dass sie fix für den Kulturbereich gelten werden.“

Christoph Laible
Christoph Laible
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