25.04.2020 06:00 |

Erste Konsequenzen

„Corona-Feier“ im Pool: „Party-Helden“ droht Ärger

Große Aufregung herrscht nach der „Krone“-Enthüllung rund um eine „Corona-Party“ von steirischen Unternehmern. Mittlerweile wurden Ermittlungen gegen die anwesenden Personen eingeleitet. Erste Konsequenzen gibt es aber bereits: Ein Beteiligter der „Corona-Sause“ ist seinen Job los.

Die „Krone“ als Party-Crasher. Nach unserer Berichterstattung könnte die feuchtfröhliche Corona-Party für eine illustre steirische Unternehmerrunde ein weniger fröhliches Nachspiel haben. „Aufgrund der Berichterstattung werden wir ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Gefährdung mit einer ansteckenden Krankheit einleiten“, stellt Hansjörg Bacher, Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz, klar. Kriminalpolizeiliche Ermittlungen sollen jetzt die Identität aller Beteiligten klären.

„38. Pool-Party im Corona-Dings“
Die Dreistigkeit und Abgehobenheit, mit der sich die Männer in diesem Video präsentieren, lässt einen fassungslos bis angewidert zurück. Während die Corona-Krise und ihre Auswirkungen Tausende Österreicher vor Existenzängste stellen, machten sich die Protagonisten bei ihrer „38. Pool-Party im Corona-Dings“ im mondänen Indoorpool und mit Schampus in der Hand über die Kurzarbeit lustig. „Wir schepfn holt nur zehn Prozent“, erklärte der „Hauptdarsteller“ lallend.

„Es hat eine Geschäftsbesprechung stattgefunden. Nach der Besprechung ist man in den Pool gegangen. Eine private Sache - ich weiß nicht, was daran verwaltungsstrafrechtlich relevant sein soll“, sagt sein Anwalt Franz Unterasinger.

„Von seinen Positionen zurückgetreten“
Erste Konsequenzen hat die Affäre bereits für einen der Beteiligten: „Mein Mitarbeiter hat sich entschuldigt und ist von seinen Positionen zurückgetreten“, sagt Primarius Günter Nebel, Chef der Sanlas Holding, renommierter Anbieter im Gesundheitsbereich. „Ich bedauere das zutiefst, weil er ein hervorragender Mitarbeiter war. Aber gerade wir im Gesundheitsbereich haben eine hohe Verantwortung - dieses Video kann ich nicht entschuldigen.“

Kronen Zeitung

Marcus Stoimaier
Marcus Stoimaier
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