25.04.2020 07:00 |

Desinfektionsexperten

Wegen Corona: Hochsaison für die Reinigungsfirmen

Der Reinigungssektor wurde in der Gesellschaft bisher kaum wertgeschätzt. Doch nun findet ein Umdenken statt. Die Bedeutung von einwandfreier Hygiene und Sauberkeit ist omnipräsent. Ein Einblick in den neuen Alltag des Desinfektionsspezialisten Attensam.

Im Mai sperren Lokale und andere Betriebe wieder auf. Was ihnen bevorsteht, ist die strikte Einhaltung rigoroser Hygienemaßnahmen. Um dabei jeglicher Gefahr viraler Übertragung vorzubeugen, steht bei vielen Betrieben eine umfassende Raum- und Oberflächendesinfektion auf dem Programm. Mit einem in Reinigungsmittel getränkten Tuch ist die Sache nicht getan.

Drei diverse Verfahren
Unternehmen wie Attensam benutzen zur Desinfektion drei unterschiedliche Verfahren, die zu einer drastischen Reduktion von Keimen, Bakterien und auch Viren beitragen: Kaltvernebelung, Wischdesinfektion und Sprühdesinfektion (siehe Interview).

Aktuell profitiert der Reinigungssektor. Eigentlich ist die Desinfektion nun eine von acht Serviceleistungen, die Attensam anbietet. „Unternehmen, die auf mehreren Säulen stehen, sind vor Krisensituationen besser gewappnet“, meint Gernot Spuller, Attensam Geschäftsführer für Tirol und Vorarlberg. Sein Unternehmen hat der Krise nicht nur getrotzt, sondern sogar von ihr profitiert. Spuller führt aus: „Im Vergleich zum Vorjahr konnten wir den Umsatz um rund 100 Prozent steigern. Zum Glück mussten wir auch keinen einzigen unserer Mitarbeiter in die Kurzarbeit schicken oder entlassen.“

Das Umsatzplus ist aber nicht nur der Krise, sondern auch den zusätzlichen Aufträgen im Grünflächen- und Winterdienst zuzuschreiben. Je nach Saison arbeiten rund 100 bis 200 Leute an den Standorten Kirchbichl, Innsbruck und Wolfurt (Vorarlberg). Während der Wintermonate war Attensam außerdem für den Winterdienst in St. Anton, Ischgl sowie Galtür zuständig und betreut momentan über 400 regionale Immobilien in Sachen Reinigung.

„Gutes Personal nötig“
Spuller sieht in der Krise eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Chance für den Reinigungssektor: „Das Nachdenkverhalten wird sich dahingehend verändern, dass man Hygiene- und Reinigungsarbeit mehr Aufmerksamkeit entgegenbringen wird.“ Außerdem pocht der Geschäftsführer auf eine Attraktivierung von Lehrberufen im Reinigungs- und Desinfektionsbereich, speziell angesichts des drohenden Fachkräftemangels. „Wir leisten mit unserer Arbeit einen immensen gesellschaftlichen Beitrag, mehr denn je brauchen wir gut ausgebildetes Personal in unseren Reihen“, sagt er.

Service für Risikogruppe
Für jene Kunden, die sich in der Corona-Risikogruppe befinden, bietet Attensam ein kostenfreies Lieferservice an. „Die Kunden der Liegenschaften, die wir betreuen, geben uns ihren Einkaufszettel telefonisch durch. Wir liefern ihre Bestellung vor die Haustür“, erklärt Spuller.

Jakob Häusle, Kronen Zeitung

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