18.04.2020 15:16 |

Coronavirus

Ermittlungen in Tiroler Kloster und Altenheim

In Tirol hat die Staatsanwaltschaft wegen der Ausbreitung des Coronavirus ein Verfahren im Kloster der Barmherzigen Schwestern in Zams aufgenommen. Zuvor hatte es fälschlicherweise geheißen, dass in einem örtlichen Altenheim geprüft werde, ob auf dementsprechende Warnhinweise nicht rechtzeitig reagiert wurde. Die Innsbrucker Staatsanwaltschaft korrigierte ihre Angaben am Samstag. Im Tiroler Unterland geriet - wie berichtet - eine infizierte Pflegerin ins Visier der Justiz.

Im Ordenshaus in Zams werde nun der Frage nachgegangen, ob ein Fehlverhalten stattgefunden hatte. Es werde ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannte Täter geführt, sagte Staatsanwaltssprecher Hansjörg Mayr.

39 Infizierte
Ende März waren bei den Barmherzigen Schwestern in Zams 39 Corona-Infektionen bekannt geworden. Es hatte sich herausgestellt, dass drei Mitarbeiterinnen im Pflege- und Reinigungsbereich nebenberuflich bis 7. März auch als Aufräumerinnen in Beherbergungsbetrieben in Ischgl und St. Anton tätig waren.

Fehleinschätzungen eingeräumt
Das Ordenshaus räumte daraufhin „Fehleinschätzungen aufseiten der auf der Pflegestation aktiven Kräfte“ ein. Man dachte, dass die Mitarbeiterinnen sich nicht freiwillig isolieren müssten, da sie eben seit 7. März nicht mehr in den betroffenen Gebieten waren. Das Land hatte aber am 15. März dazu aufgerufen, dass sich alle, die sich seit 28. Februar dort aufgehalten hatten, isolieren sollten.

Infizierte Pflegerin
Der Staatsanwalt informierte außerdem, dass ein Altenheim im Tiroler Unterland im Fokus der Justiz stehe. Einer Pflegerin werde hier vorgeworfen, trotz Corona-Infektion weiter in der Pflegeeinrichtung gearbeitet zu haben. Aufmerksam wurde man aufgrund eines anonymen Hinweises, sagte Mayr. Es werde wegen vorsätzlicher Gefährdung durch übertragbare Krankheiten ermittelt, sagte er.

Ermittlungen auch in steirischem Pflegeheim
Auch in einem Pflegeheim in der Steiermark wird, wie die „Krone“ bereits berichtete, wegen des Todes von zwölf Menschen ermittelt. Einer Strafanzeige zufolge hätte das verhindert werden können. Die Staatsanwaltschaft Graz ermittelt wegen des Verdachts der grob fahrlässigen Tötung und der vorsätzlichen Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten.

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