18.04.2020 10:10 |

Covid-19-Seuche

Entwarnung für die Feinstaub-Grazer

Die steirischen Lungenfachärzte haben in der Corona-Ära Hochsaison. Schlechte Luft sorgt offenbar für kein erhöhtes Risiko bei Covid-19.

Das Coronavirus greift die Lunge an. Der Rat von Lungenfachärzten ist daher derzeit gefragt. Eine Flut an Mails und Telefonanrufen erreicht tagein, tagaus auch die Praxis von Ingrid Thomüller in Graz. „Es kommen viel mehr Patienten in die Praxis als wir erwartet hätten“, sagt sie. Zuletzt tauchten Berichte auf, wonach Menschen, die über viele Jahre schlechte Luft einatmen und sich mit dem Virus infizieren, eher einen schwereren Krankheitsverlauf haben oder sogar häufiger daran sterben. Das sei auch der Grund für die schlimmen Zustände in Norditalien - vom „China Europas“ war die Rede.

Keine Beweise dafür
Sind Bewohner der Feinstaub-Hochburg Graz also gefährdeter? Thomüller gibt Entwarnung: „Dafür gibt’s bislang keine Beweise!“ Sie verweist auf eine unlängst veröffentlichte Studie der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie: „In Italien konnte nachgewiesen werden, dass bei 514 an Covid-19 verstorbenen Patienten nur 19 Prozent an einer chronischen Lungenkrankheit gelitten haben. 75 Prozent hatten Bluthochdruck, 48 eine Herzerkrankung und 31 Diabetes.“ Ein Zusammenhang zwischen Corona-Todesfällen im Großraum Graz und der schlechten Luft besteht also vermutlich nicht. Nichtsdestotrotz ist die Zahl der Corona-Infizierten hier relativ hoch. Thomüller erklärt das so: „Aus der ganzen Steiermark werden Patienten zur Behandlung in die Landeshauptstadt gebracht.“

Wir haben noch eine zweite Meinung eingeholt: Auch laut Holger Flick von der LKH Uniklinik Graz lassen sich keine Rückschlüsse von einer hohen Schadstoffbelastung auf einen schwereren Krankheitsverlauf ziehen. „Das kann andere Gründe haben, wie das soziale Umfeld oder die medizinische Versorgung.“ Eine wichtige Botschaft hat Thomüller zum Schluss: „Bitte die Dauer-Medikamente einnehmen, um einen Spitalaufenthalt zu vermeiden. Und: In der Zeit nach Corona die Routinekontrollen durchführen lassen.“ 

Burghard Enzinger
Burghard Enzinger
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